Brasilien trifft Deutschland

Rückblick auf das 1st German Brazilian Aesthetics Meeting in München

Vom 21. bis 23. April fand in München das erste German Brazilian Aesthetics Meeting (GBAM) statt – ein neues Tagungsformat, das erstmals gezielt deutsche und brasilianische Experten für Ästhetisch-Plastische Chirurgie zum fachlichen Austausch zusammenbrachte. Wir sprachen mit Tagungspräsident Dr. Joachim Graf von Finckenstein über seine Eindrücke vom GBAM 2016 und die Perspektiven für weitere deutsch-brasilianische Treffen.

DGÄPC-Newsletter: Das GBAM fand in diesem Jahr zum allerersten Mal statt. Sind Sie mit der Resonanz zufrieden?

Dr. Joachim Graf von Finckenstein: Unsere kühnsten Erwartungen sind übertroffen worden. Was als spannende Idee begann, ist von den Fachkollegen in Deutschland und Brasilien derart positiv aufgenommen worden, dass wir drei Wochen vor dem Termin komplett ausgebucht waren. Wir konnten uns über zahlreiche spannende Abstract-Einreichungen freuen, aber auch da mussten wir leider Kürzungen vornehmen. Anstelle der ursprünglich geschätzten 150 Teilnehmer waren es schließlich knapp 200. Und wir hätten sicher noch weitere 50 aufnehmen können. Die mussten auf das nächste GBAM vertröstet werden.

Gibt es in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie typisch brasilianische Themen, die auf dem GBAM besonders berücksichtigt wurden?

Brasilien gilt ja gemeinhin als Mutterland der modernen Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Denken Sie nur an Ivo Pitanguy, den ersten Plastischen Chirurgen von Weltruhm aus Rio de Janeiro, der dem GBAM mit einer Videobotschaft seine Ehre erwies. Das Behandlungsspektrum unserer brasilianischen Kollegen ist nicht auf bestimmte Eingriffe beschränkt. Besondere Schwerpunkte lagen allerdings tatsächlich auf Themengebieten, die auch in Brasilien eine große Rolle spielen: Einerseits die Brustchirurgie mit Brustvergrößerung, Bruststraffung und Brustverkleinerung, andererseits das sogenannte Bodycontouring, zu dem unter anderem die Fettabsaugung, die Bauchdeckenstraffung und das Bodylift gehören. Auch die in Brasilien sehr populäre Gesäßkorrektur stand im Fokus, der Markt hierfür ist in Deutschland und Europa allerdings nicht so ausgeprägt. Das brasilianische Niveau – wissenschaftlich wie innovativ – gehört zu den besten in der Welt. Das forderte von uns Deutschen natürlich auch das Beste, was wir bieten konnten.

Stellte das GBAM für die Teilnehmer eher ein „Kennenlernen“ oder ein „Wiedersehen“ dar?

Viele Brasilianer, vor allem die aus dem Süden, haben deutsche Wurzeln. Insofern sind einige Namen hierzulande nicht unbekannt. Fachlicher Austausch – auch auf internationaler Ebene – spielt in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie eine große Rolle. Da man aber natürlich nicht jeden Kollegen kennen kann, bot die Tagung auch viele Gelegenheiten, neue Bekanntschaften zu machen und Freundschaften zu schließen. Besonders schön fand ich, dass das GBAM trotz der vielen Teilnehmer von einer außerordentlich angenehmen Atmosphäre geprägt war. Es war beinahe wie ein Familientreffen mit Verwandten, die weit weg wohnen und die man daher nur selten sieht. Diesen familiären Charakter wollen wir beibehalten.

Wie geht es weiter mit dem GBAM?

Ein zweites Treffen soll 2017 in Brasilien stattfinden. Zwischen einigen brasilianischen Kollegen ist bereits in München ein Wettstreit darüber ausgebrochen, von wem und in welcher Stadt die Tagung ausgerichtet werden soll. Wahrscheinlich werden die Tagungen etwa im 18-Monats-Rhythmus stattfinden, also nach Frühling 2016 im Herbst 2017 und dann wieder im Frühling 2019. Angesichts des großen Erfolges der Auftaktveranstaltung kann ich mir gut vorstellen, dass sich das GBAM als feste Größe in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie etablieren wird. Ich jedenfalls freue mich schon auf weitere Familientreffen.

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