Hintergründe der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie – Teil 1: Was ist Silikon?

Brustimplantate aus Silikon haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Standardprodukt in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie entwickelt. Doch was ist eigentlich Silikon und welche Eigenschaften machen es für medizinische Zwecke so nützlich? Im ersten Teil unserer Serie über Hintergründe der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie gehen wir dem Silikon und seinen Geheimnissen auf den Grund.

Silikon als vielfältiges Material

Silikon ist nicht gleich Silikon, sondern vielmehr der Überbegriff für eine ganze Gruppe von Kunststoffen. Die Gemeinsamkeit aller Silikone: Es handelt sich um Verbindungen, sogenannte synthetische Polymere, bei denen Atome des Elements Silizium über Sauerstoffatome miteinander verknüpft sind. Die Familie der Silikone umfasst unzählige verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Eigenschaften, darunter Silikonflüssigkeiten und -fette, Silikonkautschuk mit Gummieigenschaften oder auch Silikonharz. Heute begegnet uns Silikon regelmäßig im Alltag, da es in verschiedensten Produkten Verwendung findet. Typische Beispiele sind Schnuller für Babys, Eiswürfel- und Backformen oder Dichtungsmasse. Auch als Basis von Kosmetikprodukten kommt Silikon zum Einsatz.

Silikon in der Medizin

Silikon widersteht extremen Temperaturen, ist wasserabweisend und flexibel. In der Medizin und der Medizintechnik findet Silikon nicht nur wegen dieser Eigenschaften, sondern vor allem auch aufgrund seiner guten Verträglichkeit (sogenannte Biokompatibilität) Verwendung. Diese wird durch spezielle Herstellungsverfahren gewährleistet, in denen das Material besonders rein produziert wird. Nicht nur in der ästhetischen Medizin, sondern auch in der Zahnmedizin werden Implantate aus Silikon verwendet. Auch in der Orthopädietechnik hat sich der Einsatz von Silikon bewährt.

Brustimplantate aus Silikon – Klassiker der sogenannten Schönheitschirurgie

Es gibt wohl kaum eine andere ästhetische Behandlung, die als so typisch für die Ästhetisch-Plastische Chirurgie gilt wie die Brustvergrößerung mit Implantaten aus Silikon. Tatsächlich ist der Einsatz der Silikonimplantate seit Jahren weltweit die häufigste ästhetisch-plastische Operation. Und die DGÄPC-Statistik zeigt, dass sie auch in Deutschland die unangefochtene Nummer eins der sogenannten Schönheitsoperationen darstellt. Was viele nicht wissen: Die erste Brustvergrößerung durch Silikonimplantate wurde bereits vor mehr als 50 Jahren durchgeführt. Auch wenn Brustvergrößerungen vereinzelt auch mit Implantaten durchgeführt werden, die mit Kochsalzlösung gefüllt sind, und sich die Methode der Brustvergrößerung mit Eigenfett mehr und mehr – vor allem bei kleineren Korrekturen – durchsetzt, werden Silikonimplantate wohl auf absehbare Zeit eines der wichtigsten Medizinprodukte in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie bleiben.

Weitere Einsatzgebiete von Silikon in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie

Brustimplantate sind für diesen vielfältigen Stoff sicher das wichtigste, aber nicht das einzige Einsatzgebiet in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Auch wenn sie weniger bekannt sind, so werden zum Beispiel auch Waden-, Gesäß- und Kinnimplantate aus Silikon regelmäßig verwendet. Darüber hinaus haben sich spezielle Narbenpflegeprodukte (zur Nachsorge nach einer ästhetisch-plastischen Operation) auf der Basis von Silikon bewährt.

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