Pressetermin 2011 der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) Neue Trends in der Schönheitschirurgie Berlin, 21. September: Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie präsentiert heute in Berlin die Ergebnisse der aktuellen Patientenbefragung. DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern und Vorstandsmitglied Dr. Regina Wagner erläutern Schwerpunktthemen und Ergebnisse der Studie. Seit 2008 ermittelt die älteste deutsche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie jährlich Patientendaten wie Alter, Geschlecht, Beziehungsstatus und durchgeführte Eingriffe. Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten stehen im Fokus der Präsentation. Zudem informieren die DGÄPC-Vorstände über Trends in der ästhetischen Medizin sowie neue Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Frauen jünger als Männer Hinsichtlich des Durchschnittsalters zeigt die DGÄPC-Patientenbefragung 2011 einen klaren Trend auf: Männer und Frauen gleichen sich an. Wer sich 2011 einer ästhetischen Behandlung unterzog, war im Durchschnitt 38 Jahre und zehn Monate alt. Frauen liegen knapp unter diesem Schnitt, Männer knapp darüber. Die Verteilung der Altersgruppen zeigt jedoch Unterschiede: Die meisten weiblichen Patienten (33,8 Prozent) sind zwischen 18 und 30 Jahren alt, die meisten männlichen (31,1 Prozent) zwischen 31 und 40 Jahren. Nur 0,2 Prozent der Patienten waren 2011 minderjährig (Vergleich zum Vorjahr: 0,9 Prozent). Intimchirurgie bei Männern im Trend Unterschiede zeigen sich im Detail und beginnen bei den Eingriffen. „Männer bevorzugen naturgemäß andere Eingriffe als Frauen“, so DGÄPC-Präsident von Saldern. Denn bei weiblichen Patienten steht die Brustvergrößerung mit 29,2 Prozent auf Platz eins der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen, gefolgt von der Fettabsaugung (17,5 Prozent) und der Lidstraffung (12,9 Prozent). Bei Männern hingegen liegt mit 18,9 Prozent die Fettabsaugung ganz vorn, dahinter folgen die Lidstraffung (17,8 Prozent) und die Nasenkorrektur (13,3 Prozent). Für die Mitglieder der DGÄPC bemerkenswert: Intimchirurgie liegt bei Männern im Trend. Männliche Patienten gaben in der Befragung so häufig intimchirurgische Eingriffe unter „Sonstige Behandlungen“ an, dass diese 2011 mit 6,8 Prozent auf dem siebten Platz der bei Männern beliebtesten Eingriffe stehen. Männer wählen Ärzte anders aus Männer bevorzugen nicht nur andere Behandlungen, sie gehen auch anders mit der geplanten Operation um. Dies zeigt sich schon bei der Wahl des Arztes. Mit 72,4 Prozent spielt für die meisten Patienten (männlich wie weiblich) der Facharzttitel bei der Arztwahl eine wichtige Rolle. Im Gegensatz zu Frauen, bei denen an zweiter Stelle die „Mitgliedschaft in einer Fachgesellschaft“ steht, geben Männer häufiger die Kriterien „Nähe zum Wohnort“ (30 Prozent) und „Internetauftritt“ (25,6 Prozent) an. „Mitgliedschaft in einer Fachgesellschaft“ steht bei Männern mit 23,3 Prozent auf dem vierten Platz. Zudem ist Männern die Medienpräsenz eines Arztes nicht ganz so wichtig wie Frauen. „Patienten achten auf Soft Skills“ In einem Punkt sind sich Männer und Frauen wiederum ähnlich. „Patienten achten auf Soft Skills“, betont Dr. Wagner, „Vertrauen ist ein wichtiger Faktor bei der Arztwahl.“ So teilten insgesamt 11,2 Prozent der Befragten mit, dass für sie „Empfehlungen“, „persönliche Sympathie“ oder „Vertrauen“ bei der Arztwahl eine wichtige Rolle spielen, unabhängig von den in der Befragung vorgegebenen formalen Kriterien. Männer nehmen Kredite auf Erstmals ermittelte die DGÄPC, wie Patienten ihre Eingriffe finanzieren. Beide Geschlechter gaben dabei am häufigsten „Eigenfinanzierung“ an. Männer nannten dies mit 55,6 Prozent etwas seltener als Frauen (60,5 Prozent). An zweiter Stelle gaben rund 10 Prozent der Frauen an, sich Geld von Freunden, der Familie oder dem Lebenspartner geliehen zu haben. Diese Variante liegt bei den Männern mit 5,6 Prozent auf Platz vier, hinter „Ratenzahlung“ (8,9 Prozent) und „Kredit aufgenommen“ (7,8 Prozent). Demnach nehmen Männer zur Finanzierung eines Eingriffes eher einen Kredit auf, als sich Geld von Freunden oder Verwandten zu leihen. „Frauen haben weniger Hemmungen, eine geplante ästhetische Behandlung vor ihren Bekannten zuzugeben“, so Dr. Wagner. OP im Ausland – Frauen skeptischer Bei Männern ist die Bereitschaft, außerhalb von Deutschland eine ästhetische Behandlung durchführen zu lassen, deutlich höher als bei Frauen: Auf die Frage „Würden Sie einen Eingriff im Ausland vornehmen lassen?“ antworteten 30 Prozent der Männer, hingegen nur 20,8 Prozent der Frauen mit „Ja“ – für die DGÄPC ein Zeichen für weiteren Aufklärungsbedarf, insbesondere bei Männern. Etwa 25,6 Prozent der männlichen Patienten lehnen einen Eingriff im Ausland ab (Frauen: 32,7 Prozent). Insgesamt zeigten sich 46,6 Prozent der Befragten bei dieser Frage unentschieden. Patienten, die sich schon einmal im Ausland operieren ließen (3,6 Prozent der Befragten), vertreten hingegen eine klare Meinung dazu: 40 Prozent würden dies wieder tun, 60 Prozent nicht. Injektionen im Trend Bereits 2010 prognostizierte die DGÄPC, dass schonende Verfahren in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie weiter an Bedeutung gewinnen. „Non- und minimalinvasive Methoden sind insgesamt gefragt“, erläutert Vorstandsmitglied Wagner, „das zeigt die wachsende Nachfrage bei Injektionen.“ Faltenunterspritzungen und Botulinumbehandlungen liegen 2011 wie im Vorjahr auf den Plätzen vier und fünf der zehn beliebtesten Eingriffe. Allerdings stieg die jeweilige Prozentzahl um mehr als die Hälfte. Demnach ließen 11,9 Prozent der Patienten eine Unterspritzung mit Faltenfüllmaterialien durchführen, 11,7 Prozent eine Behandlung mit Botulinumtoxin. „Methoden müssen sicher sein“ Dr. von Saldern sieht den Trend als Teil einer langjährigen Entwicklung: „Unser Fachgebiet entwickelt sich ständig weiter, etablierte Methoden verschwinden deshalb aber nicht.“ Der DGÄPC-Präsident betont, dass Ästhetisch-Plastische Chirurgen nicht jedes gewünschte Ziel mit schonender Technik erreichen können. Dies hänge von Faktoren wie der Körperregion, dem zu behandelnden Gewebe und dem Ziel der Behandlung ab. Dr. von Saldern betont: „Methoden müssen vor allem sicher sein.“ Erhöhung der Patientensicherheit Um Patienten auch in Zukunft größtmögliche Sicherheit zu bieten, beschloss die DGÄPC zu Beginn des Jahres weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung. Mit neu entwickelten Leitfäden setzt die Fachgesellschaft Maßstäbe in Aufklärung und Beratung. „Das Beratungsgespräch ist die Grundlage einer guten Behandlung“, so von Saldern. „Mit den Leitfäden stellen wir sicher, dass Patienten in vollem Umfang aufgeklärt werden.“ Die Beratungsleitfäden sind individuell auf die Anwendungsbereiche der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie abgestimmt und enthalten detailliert alle Besonderheiten der jeweiligen Indikation, die im Beratungsgespräch angesprochen werden müssen: von der Anamnese über Vorbehandlung und Therapie bis hin zu Risiken und alternativen Behandlungsmöglichkeiten. Offiziell erfolgt die Verabschiedung der neuen Leitfäden auf der DGÄPC-Jahrestagung 2011 im Oktober. Kostenloser Redaktionsservice: Alle Ergebnisse ihrer jährlichen Patientenbefragung bietet die älteste deutsche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie unter www.dgaepc.de zum kostenlosen Download an.