„Schönheitsoperation“ geplant? Daran erkennen Sie einen qualifizierten Arzt

DGÄPC-Erhebungen zeigen: Vom ersten Gedanken an eine sogenannte Schönheitsoperation bis zu ihrer Durchführung ist es in den meisten Fällen ein langer Weg. Und das ist auch gut so, denn je intensiver sich Patienten mit einer geplanten ästhetisch-plastischen Operation auseinandersetzen, desto besser können sie auch die Möglichkeiten und Grenzen des Eingriffs abschätzen. Früher oder später aber stellt sich jedem die Frage: Von welchem Arzt lasse ich die Schönheitsoperation durchführen? Die DGÄPC empfiehlt Patienten, bei der Arztwahl auf vier wichtige Faktoren zu achten.

Trägt der Arzt einen „passenden“ Facharzttitel?

So wie der Begriff „Schönheitsoperation“ zwar gebräuchlich, aber nicht korrekt ist (richtig heißt es „ästhetisch-plastische Operation“), sagt auch die Bezeichnung „Schönheitschirurg“ nichts über die Qualifikation des betreffenden Arztes aus. Einziges objektives Kennzeichen dafür, welche Ausbildung ein bestimmter Arzt über das Medizinstudium hinaus absolviert hat, ist der Facharzttitel. Wer sich für eine sogenannte Schönheitsoperation interessiert, sollte nach einem Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie suchen. Wer diesen Titel trägt, hat zusätzlich zu seinem Medizinstudium eine sechsjährige spezialisierte Weiterbildung absolviert und in dieser Zeit das gesamte Spektrum der Plastischen Chirurgie kennengelernt – von der Verbrennungschirurgie über die Handchirurgie und Wiederherstellungschirurgie bis hin zur Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Dementsprechend kennen sich Ästhetisch-Plastische Chirurgen ausgezeichnet mit Eingriffen wie der Brustverkleinerung, der Ohrenkorrektur oder der Oberschenkelstraffung aus.

Ist der Arzt Mitglied in einer seriösen Fachgesellschaft?

Spezialisierte medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) haben sich dem wissenschaftlichen Austausch zu einem bestimmten Fach- oder Spezialgebiet verschrieben und dienen ihren Mitgliedern als Rahmen für die kontinuierliche Weiterbildung. Da mittlerweile eine ganze Reihe von Vereinen und Gesellschaften besteht, die sich mit dem Thema Schönheitsoperation im Allgemeinen oder mit bestimmten Aspekten der ästhetischen Medizin befassen, sollten Patienten genauer hinsehen: Was sind die Zielsetzungen der Fachgesellschaft und welche Voraussetzungen knüpfen sich an eine Mitgliedschaft? So steht zum Beispiel die DGÄPC-Mitgliedschaft nur qualifizierten Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie offen, die selbstständig arbeiten und sich auf den Bereich der Ästhetik spezialisiert haben. Patienten können sich also sicher sein, dass es sich bei einem DGÄPC-Mitglied um einen Experten zum Thema „Schönheitsoperation“ handelt.

Erfahrung mit der gewünschten Schönheitsoperation?

Im Rahmen seiner Facharztausbildung macht sich der angehende Ästhetisch-Plastische Chirurg mit praktisch jeder Art von klassischer Schönheitsoperation vertraut. Insofern können Patienten davon ausgehen, dass ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, der sich auf Ästhetik spezialisiert hat, Eingriffe wie die Brustvergrößerung, die Augenlidkorrektur oder die Fettabsaugung beherrscht und regelmäßig durchführt. Es gibt aber auch Fachärzte, die sich auf eine bestimmte Behandlung spezialisiert haben und beispielsweise schwerpunktmäßig die Nasenkorrektur, die Bruststraffung oder Intimkorrekturen vornehmen. Interessierte sollten sich auf der Internetseite des betreffenden Arztes informieren, ob die gewünschte Schönheitsoperation zu dessen Leistungsspektrum gehört, oder sich im Zweifel telefonisch bei der Praxis oder Klinik erkundigen. Manche Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie geben auch Auskunft darüber, wie oft sie eine bestimmte Operation schon durchgeführt haben, oder zeigen im Rahmen des Beratungsgesprächs Beispielfotos von behandelten Patienten.

Stimmt die Chemie?

Ein Faktor wird bei der Arztwahl nicht selten unterschätzt: Das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und behandelndem Arzt ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Dies gilt bei einer sogenannten Schönheitsoperation mindestens genauso wie bei anderen medizinischen Behandlungen. Denn eine hervorragende Ausbildung und langjährige Erfahrung des Arztes sind kein Garant dafür, dass sich ein Patient bei dem entsprechenden Chirurgen wohlfühlt. Eine gute Orientierung sollte das ärztliche Beratungsgespräch bieten: Erklärt der Ästhetisch-Plastische Chirurg den Eingriff so, dass ich ihn verstehe? Geht er auf meine Sorgen, Wünsche und Erwartungen ein und kann er sie nachvollziehen? Beantwortet er all meine Fragen zu der geplanten Schönheitsoperation? Wenn der Patient diese Fragen nach dem Beratungsgespräch mit Ja beantworten kann, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass die Chemie zwischen ihm und dem Arzt stimmt. Patienten sollten also nicht nur auf die Qualifikation des Arztes achten, sondern immer auch darauf, ob sie sich von ihm gut beraten fühlen.

Hilfestellungen zur Suche nach dem richtigen Arzt bieten auch der DGÄPC-Ratgeber zur Arztwahl und die DGÄPC-Beratungshilfen, die passend zu vielen verschiedenen ästhetisch-plastischen Operationen zum kostenlosen Download zur Verfügung stehen.

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