DGÄPC-STATISTIK 2024-2025

Grußwort

Zahlen, Fakten und Trends der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie

dr-helge-jens-statistk-2024

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Patientenbefragung erscheint in diesem Jahr bereits zum 17. Mal. Seit fast zwei Jahrzehnten gibt die DGÄPC-Statistik den Patientinnen und Patienten der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie in Deutschland eine Stimme – und ist damit die größte und traditionsreichste Erhebung ihrer Art. Über 15 Jahre Vorstandsarbeit für die DGÄPC ermöglichen mir einen tiefen Einblick in die allgemeine Entwicklung der Branche. Kaum ein anderer Bereich der Medizin entwickelt sich so dynamisch wie die Ästhetisch-Plastische Chirurgie. Mit dem Wachstum der Branche entstehen jedoch auch neue Herausforderungen für Patienten: Unsicherheiten bezüglich Arztqualifikation, Produktsicherheit und seriöser Aufklärung.

Gerade in einem zunehmend unübersichtlichen Markt setzen wir für Patienten und Kollegen als Fachgesellschaft auf Transparenz, wissenschaftlich fundierte Daten und verantwortungsvolle Information. Unsere DGÄPC Statistik bietet nicht nur Einblicke in Behandlungswünsche und Motivationen der Patienten, sondern zeigt auch Entwicklungen auf, die Einfluss auf die Patientensicherheit und das Vertrauen in die gesamte Branche haben.

Darüber hinaus ist die DGÄPC heute mehr denn je auch berufspolitisch aktiv. In einem begonnenen Dialog mit der Bundesregierung setzen wir uns für klare Qualitätsstandards, stärkeren Patientenschutz, strengere Kontrollen und eine bessere Regulierung ein – alles im Sinne der Patientinnen und Patienten, aber auch der seriös arbeitenden Fachärztinnen und Fachärzte.

Seit über einem halben Jahrhundert steht der Name DGÄPC für Qualität, Ethik und Verantwortung in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie.

Ich freue mich, Ihnen mit unserer 17. DGÄPC-Statistik erneut fundierte Einblicke, aktuelle Vergleichszahlen und Hintergrundinformationen bieten zu können – und hoffe, damit zu einer sachlichen und offenen Diskussion beizutragen.

Ihr
Dr. med. Helge Jens
Präsident der DGÄPC
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Hinweis: 

Wenn Sie weitere Informationen oder eine Grafik wünschen, so nehmen Sie bitte mit unserer Pressestelle Kontakt auf

Behandlungen 2025 im Ranking – Chirurgie erlebt Comeback | Fokus liegt auf Gesicht

Behandlungen 2025 im Ranking

Die Top 3 Behandlungswünsche der deutschen Patienten sind Botulinumbehandlungen (13,8 %) vor Oberlidstraffungen (12,8 %) und Faltenunterspritzungen (10,5 %). Auf Platz vier liegen Gesichtliftings mit 10 %*, gefolgt von Fettabsaugungen mit 8,7 %.

Die DGÄPC-Statistik 2025 zeigt: Die ästhetische Medizin bleibt im Wandel. Minimal-invasive Verfahren dominieren weiterhin, aber operative Eingriffe feiern ein deutliches Comeback – getragen von
dem Wunsch nach Natürlichkeit, Langlebigkeit und Individualität.

Minimal-invasiv bleibt führend

Botulinumbehandlungen bleiben 2025 mit 13,8 % die Nummer 1 der ästhetischen Eingriffe.

Faltenunterspritzungen verlieren leicht an Bedeutung, was auf den Wunsch nach natürlicheren Ergebnissen hinweist und ggf. auch auf die kritische Berichterstattung
gegenüber Hyaluronsäurepräparaten zurückzuführen ist.

Chirurgie erlebt ein Comeback

Klassische Operationen gewinnen wieder an Beliebtheit: Lidstraffungen, Facelifts und Körperstraffungen legen deutlich zu.

Besonders auffällig ist der Anstieg bei Gesichts- und Halsliftings – Patienten wünschen sich länger anhaltende Resultate.

Fokus Gesicht

Über die Hälfte aller Behandlungen konzentriert sich weiterhin auf den Gesichtsbereich. Das zeigt, dass Verjüngung und Frische
im Gesicht nach wie vor das zentrale ästhetische Ziel sind.

Brustchirurgie bleibt konstant –
Deutschland unter den Top 5* weltweit

Bruststraffung (8,1 %), Brustvergrößerung mit Implantaten (7,8 %) und Brustverkleinerung (7,8 %) liegen fast gleichauf. Während früher die Vergrößerung mit Implantaten deutlich vorne lag, wünschen sich Frauen 2025 harmonische Proportion statt
Volumen. Die Brustvergrößerung mit Eigenfett (2,9 %) steigt langsam, was auf zunehmendes Interesse an natürlicheren Techniken hinweist.

Spitzenreiter bei den Brust-OPs sind die Patientinnen unter 30 Jahren. 

*alle liftingchirurgische Gesichts-Operationen kumuliert mit 10% auf Platz 4
** 11,0% inkl. Lipödem

Top 5 Behandlungsmaßnahmen im Jahres-Vergleich

Intimchirurgie mit stärkstem Zuwachs

Die Intimchirurgie zeigt 2025 einen deutlichen Zuwachs – sowohl in der Gesamtzielgruppe (5,2 %) als auch bei Patienten unter 30 Jahren, wo der Anteil auf 11,8 % gestiegen ist. Dieser Trend
spiegelt ein wachsendes Körperbewusstsein, den Wunsch nach Ästhetik sowie die zunehmende Offenheit im Umgang mit Intimthemen wider.

Einfluss der „Abnehmspritze“

Ein neuer Trend: Der Einsatz von Gewichtsreduktions-Medikamenten (z. B. GLP-1-Analoga) führt bei vielen zu starkem Fett- und Gewebeabbau – oft begleitet von erschlaffter Haut. Das
erklärt den Anstieg bei Körperstraffungen (Bauch, Oberarme, Oberschenkel, Bodyliftings) und Facelift

Sanfte Technologien stagnieren

Minimal- und noninvasive Verfahren wie Fadenlifting, RFNeedling oder Ultraschalllifting verlieren leicht an Dynamik. Nach anfänglichem Hype wünschen sich viele Patienten wieder bewährte, vorhersehbare und langfristigere Ergebnisse.

Altersstruktur im Wandel

Der Anteil der über 50-Jährigen wächst weiter. Diese Patienten
investieren stärker in nachhaltige, sichtbare Resultate – etwa
durch operative Liftings oder kombinierte Behandlungen.

Behandlungen 2024 Top 5 18 bis 80 Jahre
Behandlungen 2023 Top 8 18-18 Jahre
Behandlungen gesamt Top 5 2022 18 bis 80 Jahre
Behandlungen gesamt Top 5 2021 18 bis 80 Jahre

Patienten unter 30 - Nachhaltigkeit statt Social Media Trend

patienten-unter-30

Chirurgische Eingriffe, insbesondere Brust-, Körper- und Intimkorrekturen, gewinnen bei
den jungen Patienten stark an Bedeutung. Gleichzeitig wandelt sich das Schönheitsideal hin
zu Natürlichkeit und nachhaltigen Ergebnissen, während übertriebene Trends – wie stark
vergrößerte Lippen – an Einfluss verlieren.

Anstieg bei körperformenden
Eingriffen

Die größten Zuwächse betreffen Brustoperationen und Körperkorrekturen: Brustvergrößerung mit Implantat (14,8 %) und Brustverkleinerung (13,1 %) führen das Ranking deutlich an. Junge Patienten setzen 2025 stark auf chirurgische, dauerhafte Körperveränderungen.

Intimchirurgie – raus aus der Tabuzone

Besonders auffällig ist der Anstieg der Intimkorrekturen auf 11,8 % (2024 7,7 %). Das zeigt eine zunehmende Offenheit und Selbstbestimmung junger Frauen im Umgang mit ästhetischen Eingriffen im Intimbereich – getrieben durch gesteigertes Körperbewusstsein, Social-Media-Einflüsse und den Wunsch nach Komfort und Ästhetik. 

Rückgang bei minimal-invasiven
Behandlungen

Zwar ist die Behandlung mit Botulinumtoxin nach wie vor beliebt bei den jungen Patienten (8,7 %), aber die Faltenunterspritzungen (2,7 %) verlieren deutlich an Relevanz. Junge Erwachsene setzen weniger auf Anti-Aging-Prävention (zum Beispiel „Baby Botox“) und stärker auf körperformende oder chirurgische Eingriffe – ein klarer Wandel weg von „vorbeugender Ästhetik“ hin zu konturierenden Korrekturen.

U30 im Vergleich der letzten Jahre

Lippenkorrekturen verlieren an
Bedeutung

Auch Lippenvergrößerungen liegen 2025 mit 2,9 % deutlich unter den Vorjahreswerten. Der frühere Social-Media-Trend zu voluminösen Lippen ebbt spürbar ab – gefragt sind nun dezente, natürlich wirkende Formen. Das Ideal scheint sich gewandelt zu haben: weg von „Statement Lips“, hinzu mehr Gesichtsharmonie und Natürlichkeit.

Zunahme männlicher Patienten

Immer mehr Männer unter 30 suchen operative Lösungen zur Körperoptimierung – vor allem im Brustbereich. Mit 5,5 % Gynäkomastie-Operationen zeigt sich ein klarer Trend zur Enttabuisierung ästhetischer Eingriffe bei jungen Männern. Im Vorjahr waren es 2,6% und 2023 lag der Wert bei 1,0%.

Top 5 18-30 Jahre
Behandlungen U30 18-30 Jahre 2023
Behandlungen U30 18-30 Jahre 2022

Geschlechterverhältnis im Verlauf

Mit 83,6 % weiblichen Patienten bleibt der Frauenanteil zwar dominant, liegt aber leicht unter den Spitzenwerten früherer Jahre. Frauen führen zwar weiterhin den ästhetischen Markt an, doch ihr Anteil ist nicht weiter gestiegen – der Markt öffnet sich langsam.
Mit 11,4 % männlichen Patienten erreicht der Männeranteil 2025 den höchsten Stand der letzten fünf Jahre. Ästhetische Behandlungen sind für Männer zunehmend gesellschaftlich akzeptiert.
Geschlechterverhältnis 2016-2025

Altersstruktur – Demographie gibt den Takt vor

Auch wenn durch die Medien, insbesondere durch Social Media Kanäle, häufig der Eindruck entsteht, dass die Patienten immer jünger werden, steigt der Altersdurchschnitt über das letzte Jahrzehnt kontinuierlich an und liegt 2025 bei 44,5 Jahren. 

Knapp die Hälfte aller Patienten sind zwischen 31 und 50 Jahren
(46,6 %).

Rückblick Altersdurchschnitt
Altersstruktur 2025

Männer - chirurgische Eingriffe mit klaren Ergebnissen

2025 bleiben die männlichen Patienten im Großen und Ganzen ihrer Linie treu. So bleiben die ersten drei Platzierungen mit Oberlidstraffung, Gynäkomastiebehandlung (Verweiblichung der Männerbrust) und Fettabsaugungen identisch zum Vorjahr, lediglich die Prozentzahlen variieren leicht.

Dabei fallen die größten prozentualen Veränderungen vor allem bei der Bauchdeckenstraffung und der Gynäkomastie ins Auge. Beide Operationen legen um jeweils gut 2 % zu.

Bei jungen Männern unter 30 wird die Gynäkomastie am häufigsten behandelt. Die Bauchdeckenstraffung ist bei den Männern zwischen 31 und 50 Jahren sehr beliebt.

Behandlungen Männer
Behandlungen Männer

Frauen – Spitzenreiter sind Brust-OPs und Gesichtsverjüngung

Die Favoriten in diesem Jahr sind nahezu identisch mit den Top 5 des letzten Jahres. Lediglich die Platzierungen haben sich etwas geändert. Botox belegt Platz 1 mit 15,5 %, die Oberlidstraffung klettert von Platz 3 auf Platz 2 mit 12,7 %, die Faltenunterspritzung
landet auf Platz 3, gefolgt von der Bruststraffung mit 9,3 % und der Brustvergrößerung mit Implantaten mit 8,9 % In diesem Jahr landet Deutschland im weltweiten Ranking bei brustchirurgischen Operationen auf Platz 4*

Allerdings gibt eine Besonderheit: Zum ersten Mal seit Erhebung der Zahlen schafft es
die Bruststraffung vor die Brustvergrößerungen mit Implantaten. Bei den jungen Patientinnen unter 30 liegt letztere zwar noch auf Platz 1 mit 14,8 %, allerdings hat sie hier rund zwei Prozentpunkte verloren. 

Dass die Bruststraffung 2025 erstmals vor der Brustvergrößerung mit Implantaten liegt, ist ein deutlicher Indikator für einen Wandel. Das Vertrauen in Implantate scheint etwas zu sinken, während das ästhetische Ideal natürlicher Formen zunimmt.

*Quelle: ISAPS Global Survey (gemessen an Einwohnerzahl und Eingriffen)

Behandlungen Frauen 18-80
Behandlungen Frauen 2025

Generationen im Vergleich – Reale vs. surreale Wünsche?

Sicherlich sind von Jahr zu Jahr in der DGÄPC Statistik gewisse Konstanten vorhanden, dennoch finden sich über die Jahre aber auch Trends, was zu großen Teilen auf das Einwirken von Außen zurückzuführen ist. Äußere Einflüsse kommen zum einen aus dem privaten Umfeld und zum anderen sind sie auf das Mediennutzungsverhalten zurückzuführen.

Dr. med. Michaela Montanari

18 – 30 Jahre: Geschlechtsmerkmale im Fokus - weg von Social Media Trends

„Der Großteil unserer Patienten kommt nicht mit übertrieben Wünschen zu uns Fachärzten.

Im Fokus stehen vor allem Probleme, die sie mit ihren primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen haben.

Junge Männer wünschen sich die Behandlung ihrer Gynäkomastie, bei jungen Frauen dominieren brustchirurgische Operationen und die Intimchirurgie.“

Dr. Michaela Montanari
Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Mitglied des Vorstands

Top 5 18-30 Jahre
florian-sandweg

31 – 40 Jahre: Körperformung und erste Falten

„After-Baby-Body, erste Fältchen, beginnende hormonelle Veränderungen und die Verfügbarkeit von mehr finanziellen Mittlen sind Gründe, warum Patienten zwischen 30 und 40 neben Botoxbehandlung gegen erste Mimikfalten, vermehrt auf körperformende Operationen setzen.

Brust- und Bauchdeckenstraffungen, Brustvergrößerungen sowie Fettabsaugungen sind bei dieser Altersgruppierung besonders gefragt.“

Dr. Florian Sandweg
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Mitglied des Vorstands

Top 5 31-40 Jahre
Dr. Olaf Kauder

41 – 50 Jahre: Gesichtsverjüngung und Problemzonen

„Zwischen 40 und 50 macht sich der Alterungsprozess optisch bei nahezu fast jedem bemerkbar. Besonders beliebt sind daher Botulinum- und Faltenbehandlung, aber auch erschlaffte Haut am Oberlid wird gerade bei dieser Alterszielgruppe besonders häufig im Rahmen einer Oberlidstraffung entfernt. Während die Brust eher in jüngeren Jahren optimiert wird, stehen bei Patienten ab 40 eher der Bauch und andere Problemzonen im Mittelpunkt, die mittels Fettabsaugung und Bauchdeckenstraffung operiert werden können.

Dr. Olaf Kauder
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Mitglied des Vorstands

Top 5 41-50 Jahre
Dr. Helge Jens

51 – 60 Jahre: Gesichtsverjüngungsmaßnahmen bleiben Lieblinge

„Viele Patienten beginnen bereits, sich vor dem 50. Lebensjahr ästhetisch begleiten zu lassen. Deshalb geht es hier neben den minimal-invasiven Behandlungen auch wieder vermehrt um chirurgische Operationen.

Gerade in der Menopause verändert sich einiges am Körper, Brüste beginnen zu wachsen, und Problemzonen entstehen dort, wo es vorher keine gab. Mit ein Grund, warum gerade Brustverkleinerungen und Fettabsaugungen unter den Top 5 zu finden sind.

Dr. Helge Jens
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
Präsident der DGÄPC

Top 5 51-60 Jahre

61 – 80+ Jahre: Gesichtschirurgie und Faltenbehandlungen bei den Baby-Boomern

Für die Generation der Baby-Boomer stehen Eingriffe im Gesichtsbereich weiterhin an erster Stelle. Mit 22,9 % führt die Oberlidstraffung das Ranking an, gefolgt von Faltenunterspritzungen (20,0 %) und Botulinumbehandlungen (15,5 %). Faceliftings (11,6 %) und Halsliftings (8,8 %) zählen ebenfalls zu den bevorzugten Verfahren dieser Altersgruppe.

Weiterhin auffällig ist zugleich die Anzahl der Behandlungen krebsartiger Hautveränderungen. Denn gerade diese Generation wuchs in einer Zeit auf, in der Sonnenschutz kaum eine Rolle spielte – die Folgen zeigen sich heute in Form von sonnenbedingten Hautschäden und Hautkrebs. Entsprechend rückt neben ästhetischen Gesichtseingriffen zunehmend auch die medizinische Hautgesundheit in den Fokus.

Top 5 61-70 Jahre
Top 5 71-80 Jahre

Ozempic, Mounjaro & Co. – Anstieg bei Straffungs-OPs durch Abnehmspritzen

Der Boom der GLP-1-Abnehmspritzen schlägt sich in diesem Jahr erstmalig klar ersichtlich in den Zahlen der Straffungs-Operationen nieder. Grund: Viele Patienten berichten nach starkem und auch schnellem Gewichtsverlust von 20 Kilo und mehr über Hautüberschüsse und Volumenverluste. Besonders betroffen sind hierbei das Gesicht („Ozempic Face“), aber auch der Körper („Ozempic Body“). 

Neben den aktuellen Zahlen der DGÄPC, die diesen Trend belegen (siehe Grafik), spiegelt sich die Entwicklung auch in der Fachwelt wider: Themen wie Hautstraffung nach massivem Gewichtsverlust, Ganzkörper-Konturierung, kombinierte Lifting-Verfahren sowie das Management GLP-1-assoziierter Weichteilveränderungen sind inzwischen fester Bestandteil der wissenschaftlichen Programme nationaler und internationaler Fachkongresse und Tagungen. Innerhalb der Fachkreise entsteht dadurch eine wichtige Diskussion zu individuell abgestimmten Straffungs- und Rekonturierungs-Eingriffen mit dem Fokus auf sichere OP-Konzepte, realistische Erwartungen und eine strukturierte Nachsorge.

Anstieg bei Straffungs-OPs durch Abnehmspritzen
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Intimchirurgie Special – raus aus der Tabuzone

Das Thema Intimchirurgie rückt zunehmend in den Fokus – und das zeigt sich nun auch in den aktuellen Zahlen der DGÄPC Statistik 2025.

Nach mehreren Jahren konstanter Werte ist der Anteil der intimchirurgischen Eingriffe deutlich gestiegen: Bei Frauen im Alter zwischen 18 und 80+ Jahren liegt der Anteil mittlerweile bei 6,0 % (2024: 4,7 %), bei den 18-bis 30-Jährigen sogar bei 11,8 % – der höchste Wert seit 2021.

Auch über alle Befragten hinweg zeigt sich ein spürbarer Zuwachs auf 5,2 % (2024: 3,5 %).

Intimchirurgie Frauen
Dr. med. Michaela Montanari

„Immer mehr Patienten suchen nach ästhetischen, funktionellen oder rekonstruktiven Lösungen im Intimbereich.

Die Beweggründe reichen dabei von funktionellen Einschränkungen bis hin zum Wunsch nach einem harmonischeren Körpergefühl und auch einem verbesserten Selbstwertgefühl“, weiß Dr. Michaela Montanari, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Intimchirurgie (w/m)

Zu den häufigsten intimchirurgischen und ästhetischen Eingriffen zählen:

  • Schamlippenkorrekturen (Verkleinerung, Rekonstruktion,
    Vergrößerung)
  • Korrekturen der Klitorisvorhaut oder des Venushügels
  • Behandlung von (Stress-)Inkontinenz nach Geburten oder im Alter
  • Vaginalstraffungen und Rekonstruktionen nach Geburten
  • Narbenkorrekturen nach Verletzungen oder Operationen
  • Fettabsaugungen oder Hautstraffungen im Schambereich
    (Venushügel)
  • Kombinierte ästhetisch-funktionelle Eingriffe,
    z. B. nach massivem Gewichtsverlust
  • Bei Männern: Penisvergrößerungen/-verdickungen
    mittels Hyaluronsäure/Eigenfet

 

„Der Großteil der intimchirurgischen Eingriffe erfolgt nicht aus rein ästhetischen Gründen, sondern mit medizinischer Indikation. Das sind u.a. Schmerzen, Reizungen, funktionelle Einschränkungen wie unkontrollierter Harnverlust oder starke psychische Belastung durch anatomische Veränderung oder Auffälligkeiten. Das kann sich auch sehr auf das Sexualverhalten der Patienten auswirken“, so Dr. Montanari.

Intimchirurgie Alle Befragten (w/m)

Facharztpflicht - Sicherheit statt Risiko!

Die Zahlen für Ästhetisch-Plastische Operationen und Behandlungen steigen von Jahr zu Jahr und damit wachsen auch die Probleme einer ganzen Branche. 

Das vermeintlich „schnelle Geld“ lockt viele unausgebildete Studienabgänger und fachfremde Ärzte mit selbst verliehenen Fantasietiteln, die Kompetenz und Erfahrung vermitteln sollen, auf den Plan. Sie bieten ohne entsprechende Qualifikation ästhetische Leistungen an – teils mit fatalen Folgen für die behandelten Patienten. 

Und alles, weil sie es in Deutschland dürfen, da es kein Gesetz gibt, welches regelt, wer welche Behandlungen und Operationen durchführen darf. Deshalb fordert die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. eine gesetzliche Regelung für die Durchführung von ästhetischen Behandlungen und Operationen ähnlich wie in Österreich*, Frankreich* und Dänemark*.

Dr. Helge Jens

„Wir sehen in Deutschland immer häufiger Patienten, die sich nach einer missglückten Operation bei uns vorstellen.

Auffällig ist, dass die Zahl der Fehlbehandlungen im Inland über die letzten Jahre steigt. Das ist für uns im Sinne des Patientenschutzes ein nicht hinzunehmender Zustand“, sagt Dr. Helge Jens, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie und Präsident der DGÄPC.

„Ästhetische Behandlungen und Operationen sind kein kosmetisches Beiwerk, sondern ernstzunehmende medizinische Eingriffe, die ebenso mit Risiken und Folgen für Körper und Psyche einhergehen“, so der Facharzt weiter.

Unwissenheit der Patienten ist
großer Knackpunkt

Neben einem gesetzlich geregeltem fehlenden Facharztvorbehalt steht die Unwissenheit der Patienten. Denn laut der diesjährigen DGÄPC Statistik kennen 48,8 % der jungen Menschen unter 30 und 35,5 % der Gesamtzielgruppe (18 – 80+ Jahre) nicht den Unterschied zwischen Schönheitschirurgen, Beauty Docs und anderen Fantasietiteln und Fachärzten für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Bis es zu einer gesetzlichen Regelung kommt, bietet die DGÄPC für Patienten eine
ausführliche Checklisten zum kostenlosen Download auf der Website an.

*Österreich: ÄsthOpG, Frankreich: Code de la santé publique (Gesundheitsgesetzbuch) und Dänemark: Bekendtgørelse om kosmetisk behandling (Verordnung über kosmetische Behandlungen) sowie Sundhedsloven (Gesundheitsgesetz)

Ein Facharztvorbehalt sorgt dafür, dass solche Behandlungen nur von qualifizierten Ärzten mit anerkannter chirurgischer oder dermatologischer Ausbildung durchgeführt werden dürfen.

Das schützt Patienten in mehrfacher Hinsicht:

  • Spezialisierte Ausbildung und geprüfte Qualifikation
    Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie durchlaufen eine mindestens sechsjährige, strukturierte Weiterbildung nach dem Medizinstudium. Diese Ausbildung umfasst das gesamte Spektrum
    der plastisch-rekonstruktiven, ästhetischen, Hand- und Verbrennungschirurgie.

    Während dieser Zeit erwerben die Ärzte umfassendes Wissen über Anatomie, Wundheilung, Operationstechniken und Komplikationsmanagement – und müssen ihr Können in einer staatlich geregelten Facharztprüfung nachweisen.

  • Anatomisches Fachwissen
    Fachärzte verfügen über eine langjährige Ausbildung in Anatomie, Chirurgie, Wundheilung und vor allem in Komplikationsmanagement. Sie können Risiken realistisch einschätzen, sterile Techniken anwenden und im Notfall sicher und schnell handeln. Sie kennen komplexe Gewebestrukturen, Blutgefäße und Nervenverläufe – entscheidend für sichere und natürliche Ergebnisse.

  • Erfahrung mit Komplikationen
    Fachärzte können Risiken früh erkennen, Komplikationen vermeiden und im Notfall professionell reagieren.
  • Individuelle Beratung
    Eine fachärztliche Untersuchung stellt sicher, dass eine ästhetische Behandlung medizinisch sinnvoll und nicht kontraindiziert ist – z.B. bei bestehenden Erkrankungen, Medikamenteneinnahme oder
    psychischen Belastungen. Darunter fällt auch das Erkennen einer sogenannten Dysmorphophobie – eine gestörte Körperbild- Wahrnehmung.

  • Qualität und Sicherheit
    Fachärzte operieren nach anerkannten medizinischen Standards in zugelassenen Einrichtungen mit geeigneter Ausstattung. Sie sind an Leitlinien und Nachsorgekonzepte gebunden. Sie dokumentieren Behandlungen sorgfältig und sichern so langfristige Ergebnisse und rechtliche Nachvollziehbarkeit.

  • Nachsorge und Langzeiterfahrung
    Fachärzte begleiten ihre Patienten seine Patienten nicht nur bis zum Eingriff,
    sondern auch während der gesamten Heilungsphase. Dazu gehören regelmäßige Kontrollen, Wund- und Narbenpflege, das rechtzeitige Erkennen von Komplikationen und die individuelle Anpassung des Heilungsverlaufs. Diese kontinuierliche Betreuung sorgt für mehr Sicherheit,
    bessere Ergebnisse und ein dauerhaft stimmiges Gesamtbild.

  • Ethische Verantwortung
    Fachärzte unterliegen ärztlichen Berufsregeln, dokumentieren sorgfältig und klären objektiv über Chancen und Risiken auf. Der Facharztvorbehalt verhindert, dass ästhetische Eingriffe und Behandlungen zu reinen Konsumprodukten werden, die von nicht-ärztlichem Personal oder
    unzureichend ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden.

Ein Facharztvorbehalt steht für Sicherheit, Kompetenz und Verantwortung – und schützt Patienten vor vermeidbaren Risiken, Fehleingriffen – weit über reine Schönheitsversprechen hinaus.

Filler & Botulinumtoxin – alles andere als to go!

Ästhetische Behandlungen mit Botox und Fillern sind längst kein exklusives Thema der Fachärzte mehr. Sie werden zunehmend als schnelle „Lunch-Time-Treatments“ beworben und von frisch approbierten Ärzten und auch Heilpraktikern angeboten – unkompliziert, günstig und scheinbar risikofrei.

Doch genau hier liegt die Gefahr:
Eingriffe mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure sind ernstzunehmende medizinische Behandlungen, die fundierte Fachkenntnisse in Anatomie, Injektionstechniken und Notfallmanagement erfordern. Werden sie von unqualifizierten Personen durchgeführt, können schwerwiegende Komplikationen wie Infektionen, Gefäßverschlüsse oder dauerhafte Nervenschäden entstehen – im schlimmsten Fall kann eine
Fillerbehandlung auch zur Erblindung führen.

Wer sich für eine Behandlung entscheidet, sollte deshalb unbedingt auf die Qualifikation und Erfahrung der Behandlerin oder des Behandlers achten –
denn eine ästhetische Behandlung braucht Sicherheit, keine Schnelllösung „to go“. Die Zahlen der DGÄPC Statistik zeigen, dass es in den letzten Jahren,
ausgenommen den Coronajahren, zu einer deutlichen Marktverschiebung gekommen ist: Immer häufiger werden Botox- und Fillerbehandlungen nicht
mehr ausschließlich von Fachärzten durchgeführt, sondern wandern vermehrt in die Hände großer Beautyketten und weniger qualifizierter Anbieter – mit
entsprechend steigenden Risiken für die Patientensicherheit.

Behandlungen gesamt

Fehlbehandlungen im Inland steigen

Während die Zahl der Fehlbehandlungen durch im Ausland durchgeführte Operationen und Behandlungen im Jahr 2025 nahezu konstant bleibt, ist ein Wert auffällig: Die durch die befragten Patienten angegebenen Fehlbehandlungen im Inland in diesem Jahr steigen an.

Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Wert bei den Fehlbehandlungen durch Beautyketten sowohl bei den jungen Patienten, als auch bei der Gesamtzielgruppe noch bei 0,4 %.

Beispiele für Fehlbehandlungen sind hierbei ernstzunehmende Komplikationen nach einem Eingriff, oder unästhetische Ergebnisse (zum Beispiel Asymmetrien, missglückte Narbenführungen). Aber auch eine falsche Indikationsstellung, mangelhafte Aufklärung und unzureichende Hygiene oder Nachsorge können zu einer Fehlbehandlung führen.

dr-olaf-kauder-berlin

Was bedeutet das für Patienten?

„Eine Fehlbehandlung bedeutet nicht automatisch ein schwerwiegendes Ereignis – aber sie kann zu Ergebnisunzufriedenheit, funktionellen Problemen, narbigen Veränderungen oder gesundheitlichen Risiken führen“, so Dr. Olaf Kauder, Mitglied des Vorstandes und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie.

Für den Patienten heißt das:

Die Wahl eines qualifizierten Facharztes, eine sorgfältige Indikationsprüfung, sinnvolle Aufklärung und geplante Nachsorge sind wichtiger denn je.

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Kennzeichnungspflicht Update – Beeinflussung Sozialer Medien hoch wie nie

Bereits seit über zwei Jahren setzen sich die drei großen Fachgesellschaften für Plastische und Ästhetische Chirurgie in Deutschland DGPRÄC, VDÄPC und DGÄPC gemeinsam dafür ein, dass vor allem die junge, noch leicht zu beeinflussende Zielgruppe im Umgang mit Sozialen Medien geschützt wird.

Die Zahlen der DGÄPC Statistiken der vergangenen fünf Jahre bestätigen, dass der Umgang mit den Sozialen Medien stetig steigenden Einfluss auf das Selbstbild junger Menschen hat.

Für das Jahr 2025 ist der bisher höchste Wert mit 23,8 % bei den unter 30-Jährigen bei der Beeinflussung Sozialer Medien zu erkennen – also fast jeder 4. Patient. Umso erfreulicher ist die Zahl der Patienten unter 30, die sich mittlerweile für eine Kennzeichnungspflicht von digital bearbeitetem Bildmaterial aussprechen.

So wünschen sich 63,8 % eine solche, in der Gesamtzielgruppe sind es 55,3 %.

Diagramme-2025-22a
Pro Kennzeichungspflicht?!

Update zur Initiative für eine Kennzeichnungspflicht digital und KI-bearbeiteter Bilder

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Unsere Petition wurde kurz vor Ende der letzten Bundesregierung an den Deutschen Bundestag übergeben, dort beraten und an die zuständigen Ministerien übergeben:

Das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (BMJV) sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jungend (BMFSFJ). Damit ist unsere Initiative damals offiziell in den Ressorts angekommen – ein wichtiger Schritt.

Nach Bildung der neuen Bundesregierung haben wir daher gemeinsam im Sommer 2025 mit den verantwortlichen Ministerien erneut Kontakt aufgenommen, mit dem
Angebot in einem gemeinsamen Dialog an einer zukunftsorientierten Lösung zu arbeiten:

Gesetzliche Kennzeichnungspflicht für digital bearbeitete und KI-generierte Bilder in sozialen Medien und Werbung

Klare rechtliche Regeln im Influencer-Marketing

Stärkung von Aufklärung und Medienkompetenz für junge Menschen

Die aktuellen Ergebnisse unserer Patientenumfragen zeigen deutlich: Besonders die junge Generation wünscht sich mehr Transparenz im digitalen Raum. Bisher erhielten wir lediglich eine Antwort des BMFSFJ, die deutlich signalisierte, dass kein Interesse an einer Weiterverfolgung einer gesetzlichen Kennzeichnungspflicht besteht. Die Antwort des BMJV steht noch aus.

Download und Kontakt

Allgemeiner Hinweis: 

Wenn Sie weitere Informationen oder eine Grafik wünschen, so nehmen Sie bitte mit unserer Pressestellt Kontakt auf:

Erhebungsmethode

Über die Erhebungsmethode

Die Statistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie – kurz DGÄPC – ist eine der bundesweit größten Erhebungen der Interessen und Wünsche von Patienten im Bereich Ästhetisch-Plastischer Behandlungen und Operationen, denen sowohl eine medizinische Indikation zu Grunde liegt oder aber die rein ästhetischer Natur sind.

Bereits seit 17 Jahren führen die Mitglieder der DGÄPC diese Befragung unter ihren Patienten durch. Der Zeitraum der Erhebung umfasst dabei jeweils ein Jahr.

Der Fragebogen

Die Daten wurden mit einem standardisierten Fragebogen erhoben, der den Patienten beim Besuch in einer Praxis oder Klinik eines DGÄPC-Mitgliedes vorgelegt wurde. Im Laufe der Jahre wuchs auch die Anzahl der abgefragten Behandlungs- und Operationsmethoden. Daher sind rückblickende Vergleiche nicht für alle Behandlungsmethoden und Bereiche möglich.

Die Befragung erfolgte bundesweit und anonym. Personenbezogene Daten wurden und werden nicht erfasst. Der Fragebogen kombiniert jährlich gleichbleibende Fragen mit neuen Fragen und Themenschwerpunkten.

Neben den soziodemografischen Daten, wurden auch der Behandlungsgrund bzw. -wunsch sowie die individuelle Motivation erhoben. Ergänzende Schwerpunkte in diesem Jahr waren Fragen zum Einfluss von Social Media und dem medialen Nutzungsverhalten sowie Fragen zu Motivationen für die Behandlungen.

Zu den Zahlen

Bei der Erhebung der Behandlungsmethoden kann es dazu kommen, dass die summierten Prozentzahlen 100 Prozent überschreiten, da einige Patienten nicht nur zu einer Behandlung oder Operation in der Facharztpraxis vorstellig werden. Ebenso kann es zu einer Unterschreitung der 100 Prozent in Summe kommen, da es seitens der
Teilnehmer immer wieder zu Enthaltungen bei den Angaben kommt.

Die Auswertung im Überblick

Erhebungszeitraum: Oktober 2024 – Oktober 2025

Teilnehmeranzahl: 4.548

Teilnehmer

  • 83,6 Prozent Frauen
  • 11,4 Prozent Männer
  • 0,2 Prozent Divers
  • 4,8 Prozent keine Angabe

 

Alle Fragebögen der Patientenstatistik wurden von Personen ausgefüllt, die zum ersten oder zum wiederholten Mal eine Beratung und/oder einen Termin bei einem/
einer niedergelassene/n Facharzt/Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie vereinbart haben.