Kommentar zu der ProSieben-Sendung „JENKE. Das Schönheits-Experiment“

Dr. Kaisers & Dr. Hilpert
Dr. Kaisers & Dr. Hilpert

Zehn Wochen nach Ausstrahlung der Sendung „JENKE. Das Schönheits-Experiment“ äußert sich der Journalist Jenke von Wilmsdorff sehr unzufrieden mit den Ergebnissen der Ästhetisch-Plastischen Eingriffe und Behandlungen. Zudem berichtet er von negativem Feedback seitens Familie, Freunde und Kollegen auf sein stark verändertes Gesicht.

Der Journalist hatte sich für die Sendung innerhalb von 100 Tagen einer großen Anzahl Ästhetisch-Plastischer Behandlungen und Operationen unterzogen. Aus dramaturgischen Gründen wurden die beiden Gesichtshälften mit jeweils anderen Methoden behandelt. Erst nach der Sendung wurden wiederum Maßnahmen durchgeführt, um beide Seiten anzugleichen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) vertritt dazu folgende Auffassung:

Dr. Harald Kaisers, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) und Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Leipzig, erklärt zu diesem Thema:

Dr. Kasisers Präsident DGÄPC
Dr. Kasisers Präsident DGÄPC

„Auch wenn von den meisten Zuschauern sicherlich verstanden wurde, dass die Sendung nichts weiter als ein provokantes Experiment war, wirft sie trotzdem ein negatives Licht auf die Branche der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Wir Fachärzte von der DGÄPC möchten dazu sagen: Die meisten Patient*innen lassen solche Eingriffe nicht einfach so, sondern aufgrund eines konkreten Behandlungswunsches durchführen. Eine Behandlung erfolgt nach sorgfältiger – oftmals sogar jahrelanger – Abwägung und ist im Verlauf und im Ergebnis mit dem auf ProSieben gezeigten Experiment überhaupt nicht zu vergleichen.“

Dr. Alexander Hilpert, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) und Facharzt für Rekonstruktive, Plastische und Ästhetische Chirurgie mit eigener Praxis in Düsseldorf und Klinik in Duisburg, vertritt im Hinblick darauf folgende Auffassung :

Dr. Alexander Hilpert
Dr. Alexander Hilpert, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC)

„Eine derartig schnelle Behandlungsreihe wie sie in der Sendung „JENKE. Das Schönheits-Experiment“ gezeigt wurde, sollte in der medizinischen Praxis gar nicht stattfinden. Die finalen Ergebnisse einzelner Behandlungen sind immer erst nach einer gewissen Zeit sichtbar. Teilweise verändert sich auch Symmetrie und Mimik, etwa durch Botox. So wird eine genaue Operations- und Schnittplanung erschwert. Die geduldige und genaue Sichtung bzw. Bewertung der Ergebnisse ist Voraussetzung für jede weitere Behandlung. Nur so können zufriedenstellende Ergebnisse erzielt werden, die dann wiederum für die Patient*innen mehr Souveränität, Selbstbewusstsein und Lebensfreude bedeuten können.“

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