DGÄPC-Statistik: Ästhetisch-Plastische Chirurgie 2016

DGÄPC Statistik 2016
Berlin, 16. November 2016. Heute stellte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch- Plastische Chirurgie (DGÄPC) in Berlin die Ergebnisse ihrer bislang größten bundesweiten Patientenbefragung vor. DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern und Dr. Hans-Detlef Axmann, Tagungspräsident der 44. Jahrestagung der DGÄPC, präsentierten die aktuelle DGÄPC-Statistik und diskutierten die Ergebnisse der Befragung. Bereits zum neunten Mal führte die Fachgesellschaft die anonyme Erhebung durch, 2.171 Fragebogen gingen in die Auswertung ein. „Wir können besser als je zuvor zeigen, wer unsere Patienten sind und was sie sich wünschen“, zeigt sich von Saldern mit Blick auf die hohe Beteiligung erfreut.

Minimalinvasive Methoden im Trend

„Minimalinvasive Behandlungen sind in der ästhetischen Medizin so gefragt wie nie“, unterstreicht DGÄPC-Präsident von Saldern mit Blick auf die beliebtesten Eingriffe. Betrug der Anteil der nicht- oder minimalinvasiven Methoden im vergangenen Jahr noch 25,4 Prozent, so zählen laut aktueller DGÄPC-Statistik 40,1 Prozent aller vorgenommenen Behandlungen zu den sogenannten sanften Verfahren. Besonders stark ins Gewicht fallen dabei Injektionsbehandlungen: Faltenbehandlungen mit Hyaluronsäure (20,4 Prozent) oder Botulinumtoxin (19,9 Prozent) werden jeweils von etwa jedem fünften Patienten gewünscht und sind damit heute deutlich beliebter als klassische chirurgische Eingriffe wie die Augenlidkorrektur (10,8 Prozent) oder die Fettabsaugung (6,9 Prozent).

Brust bei Frauen im Fokus

Bei weiblichen Patienten führt wie in den vergangenen Jahren die Brustvergrößerung mit Implantat die Liste der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen an. Ihr Anteil liegt mit 17,8 Prozent etwas unter dem des Vorjahres (20,4 Prozent). Insgesamt spielen Brustkorrekturen bei Frauen aber nach wie vor eine wichtige Rolle. „Etwa jede dritte Patientin, die zu uns kommt, ist mit ihrer Brust unzufrieden“, sagt Tagungspräsident Axmann. So zählen auch die Bruststraffung, die Brustverkleinerung und die Brustvergrößerung mit Eigenfett zu den beliebtesten Eingriffen bei weiblichen Patienten.

Deutliche Unterschiede bei männlichen Patienten

Anders als bei den weiblichen Patienten weist die Liste der beliebtesten Eingriffe bei den Männern deutliche Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr auf. Nach wie vor steht die Augenlidkorrektur bei männlichen Patienten auf Platz eins. Neu unter den Top Ten sind die Kinnkorrektur (2,5 Prozent) und die Lippenkorrektur (0,8 Prozent). Für die Fachärzte unerwartet: Sowohl die Korrektur der sogenannten Männerbrust (Gynäkomastie) als auch die Intimkorrektur finden sich mit jeweils 9,9 Prozent erstmals unter den drei gefragtesten Operationen männlicher Patienten. „Die Beliebtheit von Intimkorrekturen ist überraschend“, kommentiert Tagungspräsident Axmann die Entwicklung. „Nur wenige Spezialisten führen entsprechende Eingriffe durch.“

Männeranteil weiterhin abnehmend

Wie bereits in den vergangenen DGÄPC-Patientenbefragungen deutlich wurde, geht der Anteil männlicher Patienten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie zurück. Mit 12,1 Prozent liegt er heute über den in der ersten DGÄPC-Patientenbefragung 2008 ermittelten 9,6 Prozent, aber auch deutlich unter dem bisherigen Höchstwert von 2013 (17,1 Prozent). „Die männliche Patientengruppe wächst nicht so schnell wie die weibliche“, erklärt von Saldern den Trend.

Ästhetisch-Plastische Chirurgie in fast jedem Alter

Wer einen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Deutschland aufsucht, ist im Durchschnitt etwa 42 (42,1) Jahre alt. Damit ging der Altersdurchschnitt der Patienten im Vergleich zum Vorjahr (42,5 Jahre) leicht zurück. Mit Blick auf die Verteilung der Patienten auf Altersgruppen zeigt sich, dass ästhetisch-plastische Operationen in fast jedem Alter vorgenommen werden. Erstmals untersuchte die DGÄPC auch, wie sich die Verteilung in Bezug auf einzelne Behandlungen darstellt. „Es gibt für fast jedes Lebensalter typische ästhetische Korrekturen“, erklärt Axmann. „Brustvergrößerungen werden am häufigsten zwischen 20 und 30, Augenlidkorrekturen um die 60 vorgenommen.“

Wunsch nach körperlicher und seelischer Besserung

Ästhetisch-plastische Operationen zielen auf die Korrektur äußerlicher Merkmale ab, die von Patienten als störend oder belastend empfunden werden. Dennoch erhoffen sich Patienten von ästhetischen Behandlungen nicht nur körperliche, sondern auch seelische Verbesserungen, wie die DGÄPC-Statistik 2016 zeigt. „Patienten können sehr gut benennen, was sie sich von einer erfolgreichen Behandlung erhoffen“, so von Saldern mit Blick auf die Befragungsergebnisse. 36,3 Prozent der Frauen und 42,2 Prozent der Männer möchten mit dem geplanten Eingriff explizit eine körperliche Verbesserung erreichen. Weit mehr als die Hälfte der Befragten gab hingegen an, dass sie an das Behandlungsergebnis die Hoffnung auf eine seelische Besserung knüpfen. Männer gaben mit 29,7 Prozent seltener beide Faktoren an als Frauen (35,6 Prozent).

Beratung ebenso wichtig wie Behandlung

Erstmals unterschied die DGÄPC in ihrer aktuellen Patientenbefragung danach, aus welchem Grund die Befragten den Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchten. In fast der Hälfte aller Fälle (49,1 Prozent) suchen Patienten die Praxis oder Klinik auf, um sich beraten oder zu einem bestimmten Eingriff aufklären zu lassen. 41,7 Prozent der Befragten kamen wegen einer tatsächlichen Behandlung zum Facharzt – davon ein knappes Drittel aufgrund einer Auffrischung, zum Beispiel mit Botulinumtoxin.

„Als Ästhetisch-Plastische Chirurgen arbeiten wir nicht ausschließlich am OP-Tisch“, bestätigt Axmann. „Beratung und Aufklärung stellen wichtige Aufgaben dar, da sie die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung bilden.“

„Patienten wünschen sich keine Generalüberholung.“

Patienten, die einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchen, tun dies in der Regel aufgrund eines ganz konkreten Problems. Mit 73,8 Prozent der Männer und 59,0 Prozent der Frauen hatten sich die meisten Teilnehmer der Befragung vor dem aktuellen Besuch beim Facharzt noch nie einer ästhetisch-plastischen Behandlung unterzogen. Sogar noch mehr Patientinnen (62,5 Prozent) und Patienten (76,4 Prozent) planen auch keine weiteren Eingriffe. „Unsere Patienten wünschen sich keine Generalüberholung“, bestätigt von Saldern. „Sogenannte Wiederholungstäter gibt es am häufigsten bei den nichtinvasiven Faltenbehandlungen“, so der DGÄPC-Präsident. Insgesamt tendieren weibliche Patienten eher dazu, sich mehrmals in die Hände des Ästhetisch-Plastischen Chirurgen zu begeben: 39,0 Prozent der Patientinnen unterzogen sich schon einmal einer ästhetischen Behandlung, 24,8 Prozent planten dies noch.

Qualifikation bei Arztwahl nicht immer ausschlaggebend

Bei der Wahl des Arztes spielt für die meisten Patienten der gute Ruf des Behandlers eine große Rolle: 58,6 Prozent der weiblichen und 49,8 Prozent der männlichen Befragten gaben an, dass dieser für ihre Entscheidung wichtig war. Sowohl bei Frauen (44,6 Prozent) als auch bei Männern (39,5 Prozent) steht der Facharzttitel erst an fünfter Stelle der wichtigen Entscheidungskriterien, obwohl dieser Titel das einzig objektive Qualifikationsmerkmal darstellt. „Jeder Arzt darf sich Schönheitschirurg nennen“, gibt Axmann zu bedenken. „Aber nur ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie verfügt nachweislich über eine fundierte Ausbildung auf diesem Gebiet.“ Für die DGÄPC besteht daher in diesem Bereich weiterer Aufklärungsbedarf, um Patienten vor unqualifizierten Anbietern zu schützen.

„Für Männer bleiben ästhetische Behandlungen ein Tabu.“

Bei der Frage, ob Patienten in ihrem Umfeld über eine vorgenommene ästhetische Behandlung sprechen würden, gibt es nach wie vor Unterschiede zwischen Frauen und Männern. „Für Männer bleiben ästhetische Behandlungen ein Tabu“, fasst von Saldern zusammen. Während weibliche Patienten im Vergleich zu 2013, als diese Frage erstmals Teil der Patientenbefragung war, etwas offener mit dem Thema Ästhetisch-Plastische Chirurgie umgehen, sind männliche Patienten nach wie vor eher verschwiegen. Nur 11,6 Prozent der Frauen, aber immerhin 24,0 Prozent der Männer gaben an, niemandem von einem geplanten oder durchgeführten Eingriff erzählen zu wollen. Für beide Geschlechter sind am ehesten Familienmitglieder Ansprechpartner, wenn es um dieses Thema geht: 55,3 Prozent der Frauen und 48,3 Prozent der Männer würden mit ihrer Familie über eine ästhetische Behandlung sprechen.

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