DGÄPC-Statistik: Ästhetisch-Plastische Chirurgie 2017

DGÄPC Statistik 2017
Berlin, 30. November 2017. Heute stellte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch- Plastische Chirurgie (DGÄPC) in Berlin die Ergebnisse ihrer zehnten bundesweiten Patientenbefragung zur sogenannten Schönheitschirurgie vor. Dr. Torsten Kantelhardt, Präsident der DGÄPC, und Dr. Olaf Kauder, Tagungspräsident der 45. Jahrestagung der Fachgesellschaft, präsentierten die DGÄPC-Statistik 2017 und diskutierten die Befragungsergebnisse. An der anonymen Fragebogenerhebung nahmen mehr als 3.400 Patientinnen und Patienten in den Kliniken und Praxen der DGÄPC-Mitglieder teil. „Unsere Befragung ist für die deutsche Ästhetisch- Plastische Chirurgie einzigartig und liefert spannende Einblicke in das Fachgebiet“, betont Kantelhardt. „Über die bislang größte Beteiligung freuen wir uns sehr.“

Patienten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie: so viele Männer wie nie

Nie suchten so viele Männer in Deutschland einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie auf wie im vergangenen Jahr. Laut aktueller DGÄPC- Patientenbefragung liegt der Männeranteil unter den Patienten nun mit 17,5 Prozent leicht über dem bisherigen Höchststand von 2013 (17,1 Prozent). „Männliche Patienten sind in der Ästhetisch-Plastische Chirurgie nichts Neues“, konstatiert Tagungspräsident Kauder. „Wir beobachten aber eine deutlich größere gesellschaftliche Akzeptanz für Männer, die sich mit ihrem Äußeren auseinandersetzen.“ Entsprechend steige bei

Männern auch die Bereitschaft, sich einer ästhetischen Behandlung zu unterziehen, wenn sie mit bestimmten körperlichen Merkmalen unzufrieden seien. Für praktizierende Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie bedeutet ein steigender Männeranteil, dass sich Behandlungsschwerpunkte perspektivisch etwas verschieben können.

Weibliche Brust verliert an Gewicht

Erstmals seit 2009 steht die Brustvergrößerung mit Implantaten nicht an der Spitze der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen in Deutschland. Suchten im vergangenen Jahr noch 15,7 Prozent der Befragten den Ästhetisch-Plastischen Chirurgen wegen einer Brustvergrößerung auf, waren es in diesem Jahr nur noch 8,4 Prozent.

Hingegen erfreuen sich Augenlidkorrekturen (14,1 Prozent) und Fettabsaugungen (9,9 Prozent) größerer Beliebtheit als im Vorjahr und belegen nun die ersten beiden Plätze der häufigsten ästhetisch-plastischen Operationen. „Im vergangenen Jahr stieg die Nachfrage bei Brustvergrößerungen nicht so stark wie bei anderen Eingriffen“, erklärt Kantelhardt den Trend. „Absolut gesehen stieg die Zahl der Brustvergrößerungen leicht an, wie wir durch Befragung der Hersteller von Brustimplantaten ermitteln konnten“, so der DGÄPC-Präsident. Bruststraffungen (4,7 Prozent) und Brustverkleinerungen (4,5 Prozent) nahmen hingegen auch relativ gesehen an Beliebtheit zu.

Insgesamt sucht fast jede vierte Patientin (24,2 Prozent) den Facharzt wegen einer ästhetischen Brustkorrektur auf. Bei männlichen Patienten machen Korrekturen der sogenannten Männerbrust immerhin 11,5 Prozent der ästhetisch-plastischen Behandlungen aus.

Jede dritte ästhetische Behandlung erfolgt nicht- oder minimalinvasiv

Nichtchirurgische Behandlungen sind mittlerweile fester Bestandteil der ästhetischen Medizin und aus dem Leistungsspektrum Ästhetisch-Plastischer Chirurgen nicht mehr wegzudenken. Mit einem Anteil von 30,8 Prozent erfolgt heute knapp jede dritte ästhetische Behandlung nicht- oder minimalinvasiv. Besonders gefragt sind die klassischen Injektionsbehandlungen zur Faltenreduktion: Botulinumbehandlungen (16,4 Prozent) und Faltenbehandlungen mit Fillern (15,4 Prozent) werden sogar häufiger durchgeführt als die gefragtesten ästhetisch-plastischen Operationen. „Nicht alles, was ohne Skalpell passiert, ist auch automatisch sanft oder schonend“, warnt DGÄPC- Präsident Kantelhardt vor einer Bagatellisierung nichtchirurgischer Behandlungen. Auch bei nichtchirurgischen Verfahren hänge der Erfolg maßgeblich von der Erfahrung und Fachkenntnis des behandelnden Arztes ab. „Patienten sollten auch Faltenbehandlungen nur von qualifizierten Fachärzten durchführen lassen“, rät er.

„Bei Frauen rückt das Gesicht stärker in den Fokus.“

Der allgemeine Beliebtheitsrückgang bei Brustvergrößerungen ist praktisch vollständig auf die veränderten Präferenzen weiblicher Patienten zurückzuführen. Suchten im vergangenen Jahr noch 17,8 Prozent der Frauen den Ästhetisch-Plastischen Chirurgen wegen einer Brustvergrößerung mit Implantaten auf, sind es heute nur noch 10,2 Prozent. Damit führt dieser Eingriff erstmals seit Beginn der Erhebungen nicht die Liste der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen weiblicher Patienten an. Wie bei Männern steht in diesem Jahr auch bei den Frauen die Augenlidkorrektur (12,4 Prozent) auf dem ersten Platz. Auch das Facelift (7,9 Prozent) und die Lippenkorrektur (7,4 Prozent) sind im Vergleich zum Vorjahr beliebter. Für Tagungspräsident Kauder passt dieser Trend zur gewachsenen Bedeutung der Faltenbehandlungen: „Bei Frauen rückt das Gesicht stärker in den Fokus.“

Männer lassen Augenlider und Oberkörper straffen

Seit 2014 stehen Augenlidkorrekturen bei männlichen Patienten an der Spitze der beliebtesten ästhetisch-plastischen Operationen. Nie war der Anteil der Patienten, die sich zur Entfernung von Schlupflidern oder Tränensäcken in die Hände des Facharztes begeben, so hoch wie heute: Mit 21 Prozent ließ gut jeder fünfte männliche Patient eine Augenlidkorrektur vornehmen. Auch Fettabsaugungen (12,2 Prozent), Nasenkorrekturen (8,0 Prozent), Bauchdeckenstraffungen (7,0 Prozent) und Lippenkorrekturen (2,8 Prozent) sind bei Männern deutlich beliebter als im Vorjahr. „Wir erleben bei männlichen Patienten etwas stärkere Schwankungen als bei weiblichen, die Anteile typischer Männerbehandlungen bleiben aber stabil“, kommentiert Kauder. So erfreuen sich laut aktueller Befragung Korrekturen der sogenannten Männerbrust (11,5 Prozent) oder überaktiver Schweißdrüsen (5,9 Prozent) ähnlicher Beliebtheit wie im Vorjahr.

„Ästhetik ist keine Frage des Alters.“

Patienten, die einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchen, lassen sich keiner bestimmten Altersgruppe zuordnen. Männliche wie weibliche Patienten sind durchschnittlich knapp 42 Jahre alt, wenn sie sich einer ästhetischen Behandlung unterziehen, die Altersspanne reicht dabei aber von jungen Erwachsenen bis hin zu Personen über 80 Jahren. „Ästhetik ist keine Frage des Alters, sondern des individuellen Empfindens“, betont Kantelhardt. Ein typisches Alter gebe es nicht, vielmehr häuften sich bestimmte Behandlungen und Eingriffe in bestimmten Altersgruppen. Patienten sind laut DGÄPC-Statistik im Durchschnitt 53,3 Jahre alt, wenn sie sich einer Augenlidkorrektur unterziehen. Das Durchschnittsalter der Patientinnen, die eine Brustvergrößerung vornehmen lassen, liegt hingegen bei 33,8 Jahren.

Arztsuche: Empfehlungen wichtiger als Google und Portale

Online-Suchmaschinen wie Google haben sich als alltägliche Hilfsmittel beim Auffinden von Informationen, Personen oder Orten etabliert. Als entsprechend wichtig erachten Patienten sie bei der Suche nach einem kompetenten Facharzt: 35,8 Prozent der Befragten gaben bei der aktuellen DGÄPC-Patientenbefragung an, dass ihnen Google bei der Suche nach dem behandelnden Arzt eine besondere Hilfe gewesen sei. Auch Arztbewertungsportale liefern für fast jeden vierten Patienten (23,5 Prozent) eine wichtige Orientierung. Empfehlungen von Freunden oder Bekannten haben jedoch mit 52,5 Prozent das größte Gewicht, wenn es um die Suche nach dem passenden Ästhetisch- Plastischen Chirurgen geht. „Behandlungserfolge und hohe Patientenzufriedenheit sind wichtiger als die Findbarkeit bei Google“, zeigt sich DGÄPC-Präsident Kantelhardt erfreut.

„Patienten achten zu wenig auf die Qualifikation des Arztes.“

Für Patienten hängt die Entscheidung für eine ästhetisch-plastische Operation – und auch die für einen bestimmten Facharzt – von unterschiedlichsten Faktoren ab. „Ein guter Ruf, ein vertrauensvoller Eindruck und ein gewisser Expertenstatus sind wichtige Auswahlkriterien“, erläutert Kauder. „Patienten achten aber bei der Arztwahl zu wenig auf die tatsächliche Qualifikation des behandelnden Arztes.“ Einziges objektives Qualitätskriterium sei der Facharzttitel für Plastische und Ästhetische Chirurgie, der an eine mindestens sechsjährige spezialisierte Weiterbildung zusätzlich zum eigentlichen Medizinstudium geknüpft ist. Auf diesen Titel achten zwar immerhin 32,8 Prozent der Befragten. „Vielen Patienten ist aber nicht klar, dass sich jeder Arzt Schönheitschirurg nennen darf, ganz egal, was er eigentlich gelernt hat“, so der Tagungspräsident. Die DGÄPC sieht daher bei fachärztlichen Qualitätsstandards weiteren Aufklärungsbedarf.

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