Schönheits-OP im Ausland: Warum Sicherheit wichtiger ist als der Preis
Komplikationen nach Operationen im Ausland – ein Thema, dass uns leider in regelmäßigen Abständen beschäftigt. Jüngst machten die Meldungen einer Influencerin, die nach einem Brazilian Butt Lift (kurz BBL) in Russland verstarb und von TV-Sternchen Gina Lisa Lohfink, die mit erheblichen Komplikationen nach einem BBL in der Türkei kämpft, wieder auf die Kernproblematik aufmerksam. Auch ein Artikel der Südwest Presse Online widmet sich den Auslandsoperation und hat Dr. Michaela Montanari, Präsidentin der DGÄPC, zum Thema Auslandsoperationen befragt.
„Aus dem Erfahrungsaustausch innerhalb unserer Fachgesellschaft wissen wir, dass jedes Jahr zahlreiche Revisionsoperationen notwendig werden.
Ein nicht unerheblicher Teil davon betrifft Patienten, die zuvor im Ausland operiert wurden“, so Dr. Montanari im Artikel der SWP.
Schönheitsoperationen im Ausland locken oft mit deutlich niedrigeren Preisen und schnellen Terminen – doch viele Risiken werden dabei erheblich unterschätzt.
Komplikationen nach solchen Eingriffen müssen nicht selten in Deutschland medizinisch aufwendig und kostenintensiv behandelt werden, was Patientinnen und Patienten vor große gesundheitliche, organisatorische und finanzielle Herausforderungen stellt.
Ein besonders zentraler Unsicherheitsfaktor hierbei ist die Qualifikation des behandelnden Arztes: In Deutschland gibt es klare, lange Ausbildungswege für Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Diese beinhalten sowohl klinische Erfahrung als auch strenge Qualitäts- und Sicherheitsstandards – Aspekte, die im Ausland nicht immer vergleichbar sind.
Patientinnen und Patienten fällt es oft schwer, die tatsächliche Qualifikation, Ausbildung oder Erfahrung einer ausländischen Klinik und ihrer Ärzte einzuschätzen.
Dr. Michaela Montanari, Präsidentin der DGÄPC und Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, betont in diesem Kontext, wie wichtig eine fundierte medizinische Beratung und die richtige Facharztwahl sind, um Risiken frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
Patienten, die im Ausland operiert werden, fehlen häufig:
- eine umfassende Vor- und Nachsorge durch denselben Operateur
- nachvollziehbare medizinische Qualitätsstandards
- und klare Ansprechpartner bei Komplikationen
Es ist daher entscheidend, vor einer Entscheidung sorgfältig zu prüfen:
- Ist der Arzt ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie?
- Welche Qualifikationen und Erfahrungen besitzt das Team?
- Gibt es strukturierte Nachsorge- und Notfallpläne?
Eine Schönheitsoperation ist kein Konsumgut, sondern ein medizinischer Eingriff mit realen Risiken – allein der Preis sollte daher nicht der ausschlaggebende Faktor für eine Entscheidung sein.
Für unsichere Patienten stellen wir eine kostenfreie Checkliste für Schönheitsoperationen im Ausland zur Verfügung. Sie soll Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, Risiken besser einzuschätzen und die richtigen Fragen zu stellen – noch bevor eine Entscheidung getroffen wird.
Die Checkliste hilft unter anderem bei der Bewertung von:
- Qualifikation und fachärztlicher Ausbildung des Operateurs
- Transparenz der Beratung und realistische Aufklärung über Risiken
- Organisation von Nachsorge und medizinischer Betreuung im Komplikationsfall
- rechtlichen Rahmenbedingungen und Haftungsfragen
- Erkennung von „Red Flags“ bei Angeboten
Mit diesem Angebot möchte die DGÄPC einen Beitrag zur besseren Aufklärung leisten und Patientensicherheit stärken. Denn eine informierte Entscheidung ist der wichtigste Schritt, um vermeidbare Risiken zu reduzieren.

