Geschichte der DGÄPC

Was ist die DGÄPC? - Teil 1

Der Wunsch nach einem harmonischen, unversehrten Äußeren begleitet die Menschheit schon sehr lange, weshalb sich Beschreibungen ästhetischer Behandlungen bereits in antiken Quellen finden. Und auch für aufwendige plastische Operationen (etwa Nasenrekonstruktionen) gibt es sehr frühe historische Belege. Damit waren plastische Operationen unterschiedlichster Art von Anfang an ein Teil der sich entwickelnden modernen Medizin. Als eigenständiges Fachgebiet kristallisierte sie sich aber erst heraus, als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts Pioniere wie Jacques Joseph und Erich Lexer eingehend mit den verschiedenen Anwendungsgebieten befassten und eigene Methoden und Systematiken entwickelten. Etwa ab den 1920er-Jahren gab es dann Chirurgen, die sich auf plastische Operationen, also auf die Wiederherstellung oder die Optimierung der äußeren körperlichen Merkmale ihrer Patienten, spezialisierten. Das Fach, das offiziell noch gar keines war, begann sich auszudifferenzieren, und mit der Zeit etablierten sich die Bereiche Wiederherstellungschirurgie, Verbrennungschirurgie, Handchirurgie und Ästhetisch-Plastische Chirurgie als vier grundlegende Einsatzgebiete des Plastischen Chirurgen.

Fachlicher Austausch

Was lange Zeit fehlte, war ein Forum für den fundierten wissenschaftlichen Austausch, nicht zuletzt für jene Chirurgen, die sich auf die ästhetischen Aspekte ihres Faches spezialisiert hatten. Hier beginnt die Geschichte der DGÄPC. Am 10. Dezember 1972 wurde die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie als erste medizinische Fachvereinigung auf diesem Gebiet in Deutschland gegründet. Die Gründungsmitglieder trafen sich in Nürnberg. Für die auf Ästhetik spezialisierten Chirurgen entstand damit erstmals die Möglichkeit, sich mit gleichgesinnten Kollegen über Techniken und Methoden auszutauschen und komplizierte Fälle zu diskutieren. Einen vergleichbaren Rahmen gab es für den Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie in Deutschland bis dahin noch nicht, weshalb die Gründung der Fachgesellschaft auch einen Beitrag zur Etablierung von Standards sowie zur Qualitätssicherung leistete. Als offizielle Gebietsbezeichnung hielt die Plastische Chirurgie erst 1978 als Teilgebiet der Chirurgie Einzug. Erst 1992, 20 Jahre nach Gründung der DGÄPC, erhielt die Plastische Chirurgie den Status eines eigenständigen Fachgebiets und der „Facharzt für Plastische Chirurgie“ wurde in den Weiterbildungsordnungen der Länder verankert.

Sicherung eines hohen Qualitätsstandards

Von Anfang an aber stand die Mitgliedschaft in der DGÄPC nur qualifizierten Medizinern mit Tätigkeitsschwerpunkt in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie und mit eigener Klinik oder Praxis offen. Zu den heutigen Mitgliedern der DGÄPC zählen daher nicht zufällig viele Leiter von renommierten Privatkliniken, die von Anfang an eng mit der Geschichte der DGÄPC verbunden waren und zu den ersten Kliniken ihrer Art in Deutschland oder sogar Europa gehörten. Noch wichtiger ist aber, dass die DGÄPC wie schon zur Zeit ihrer Gründung auch heute noch einen wichtigen Ort des fachlichen Austauschs für ihre Mitglieder darstellt. Die Jahrestagungen der Fachgesellschaft sind dafür bekannt, dass hier sehr offen und vertrauensvoll über Erfahrungen mit etablierten und neueren Methoden, aber auch über Probleme und Herausforderungen diskutiert wird. Nur so können die DGÄPC und ihre Mitglieder auch weiterhin zu einem hohen Qualitätsstandard in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie beitragen.

Übrigens: Das Logo der DGÄPC geht auf die Bronzeskulptur „Drei Grazien“ von Gerhard Marcks (1957) zurück.

Kommentare sind deaktiviert