Brustvergrößerung mit Eigenfett

Brustvergrößerung Eigenfett

Eine Brustvergrößerung mit Eigenfett (Mamma-Augmentation) stellt eine alternative Methode zur Brustvergrößerung durch Implantate dar. Geeignet ist dieses Verfahren für Patientinnen, die nach einer natürlich geformten Brust ohne Fremdkörper streben oder bei denen es mit Implantaten wiederholt zu Problemen gekommen ist. Körpereigenes Fett eignet sich besonders dazu, Asymmetrien auszugleichen oder aber die erschlaffte Brust nach Stillzeit oder Gewichtsreduktion aufzupolstern.

Wenden Sie sich an einen Experten

Für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett sollten Sie sich an einen qualifizierten Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wenden. Neben der entsprechenden Ausbildung ist auch die Erfahrung des Anbieters von großer Bedeutung. Eine ausführliche Beratung und Voruntersuchung sind unerlässlich.

Inhaltsübersicht

Diagnose und Indikation

Eine Brustvergrößerung durch Unterspritzung von Eigenfett stellt eine schonendere Alternative zur Vergrößerung durch Silikonimplantate dar. Die erste Fetteinspritzung in die Brust wurde in Deutschland bereits 1908 veröffentlicht, populär wurde die Möglichkeit aber erst mit der Entwicklung neuer Methoden in den letzten 10 Jahren.

Neben rein ästhetischen Beweggründen für eine Brustvergrößerung gibt es zahlreiche andere medizinische Indikationen, die einen Eingriff mit Eigenfett veranlassen können:

  • Volumenunterschiede: angeborene oder erworbene Asymmetrie
  • Angeborene Deformität, zum Beispiel „Rüsselbrust“ (tubuläre Brust); der untere Bereich der Brust ist nicht ausgebildet und durch eine schmale Form gekennzeichnet
  • Mamma-Aplasie: Nicht angelegte Brustdrüse
  • Poland Syndrom: Fehlanlage einer Brustkorbhälfte (ohne Brust und Brustmuskel)
  • Mamma-Hypoplasie: Sehr kleine Brustgröße, angeboren oder nach Schwangerschaften
  • Unverträglichkeit von Silikonimplantaten, z.B. Kapselfibrose
  • Brustrekonstruktion nach Brustkrebs

 

Die Menge von Fettgewebe, welche pro Sitzung eingebracht werden kann, ist begrenzt, da die einzelnen Zellen in eine gut durchblutete Umgebung eingebracht werden müssen, um zu überleben. Daher kann durch die Verwendung des Eigenfettes pro operativem Eingriff nicht beliebig viel Volumen eingebracht werden. Je nach individueller Situation kann dies manchmal nur zu einem volleren BH-Körbchen oder einer Nummer grösser führen.

Ein Teil der eingebrachten Fettzellen wächst bei der Eigenfettverpflanzung leider auch nicht an, diese werden vom Körper abgebaut und ausgeschieden. Wenn dies aufgrund der individuellen Situation möglich ist können Eigenfettverpflanzungen in mehreren Sitzungen durchgeführt werden und können dann auch größere Veränderungen an den Brüsten bewirken.

Wichtig ist bei diesem Verfahren dass kein Fett in die Brustdrüse eingebracht wird, um eine spätere Diagnostik nicht zu stören. Auf eine Behandlung mit gesondert isolierten Stammzellen sollte verzichtet werden, da deren Wirkung bisher nicht ausreichend erforscht ist.

Insbesondere Formdefizite und Asymmetrien kann die Eigenfettunterspritzung beheben. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit dem Arzt sollte darüber aufklären, ob die gewünschte Zielvorstellung mit dieser Methode realisierbar ist.

Eine Vergrößerung der Brust erfolgt durch vorherige Fettabsaugung im Bereich der Hüften, Oberschenkel, des Bauchs oder der Beine. Voraussetzung dafür sind ausreichende Fettdepots (BMI über 19) und Nikotinabstinenz. Möglich ist eine Kombination zweier ästhetisch-plastischer Eingriffe: Fettabsaugung an problematischen Zonen (wenn bereits ein solcher Eingriff geplant ist) und die anschließende Injizierung des aufbereiteten Fettes in die gewünschte Stelle (nicht nur in die Brust, zum Beispiel auch zur Faltenunterspritzung im Gesicht).

Eignung und medizinische Voraussetzungen für eine Eigenfettbehandlung

Für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett gibt es einige wichtige Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der Eingriff erfolgreich und sicher durchgeführt werden kann. Zunächst benötigen Patientinnen ausreichende Fettdepots, die als Spenderzonen dienen – das bedeutet, ein Body-Mass-Index (BMI) über 19 ist meist erforderlich. Typische Fettgewinnungsstellen sind Hüften, Oberschenkel, Bauch oder Beine. Besonders geeignet ist dieses Verfahren für Personen, die eine moderate Vergrößerung der Brust wünschen und kein großes Volumen anstreben, da pro Sitzung nur eine begrenzte Menge Fett übertragen werden kann.

Ein weiterer zentraler Aspekt ist die Nikotinabstinenz: Um die Überlebensrate der transplantierten Fettzellen zu erhöhen, sollte mindestens vier Wochen vor dem Eingriff und auch danach auf das Rauchen verzichtet werden. Nikotin beeinträchtigt die Durchblutung und kann das Anwachsen der Fettzellen deutlich vermindern. Ebenso müssen Patientinnen frei von akuten Infektionen, schweren Grunderkrankungen oder Gerinnungsstörungen sein.

Vor dem Eingriff sollte eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung erfolgen, um bestehende Brustveränderungen auszuschließen. Bei jungen Patientinnen genügt in der Regel ein Ultraschall, während bei älteren eine Mammographie empfohlen wird. Darüber hinaus sollte auf die Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente verzichtet werden, um das Risiko von Blutergüssen zu minimieren.

Personen, die an bestimmten Erkrankungen oder einer sehr geringen Hautelastizität leiden, oder die besondere Erwartungen an das Endergebnis haben, sollten gemeinsam mit dem behandelnden Arzt klären, ob das Verfahren im individuellen Fall geeignet ist. Ein ausführliches Beratungsgespräch ist unerlässlich, um die individuellen Möglichkeiten und Grenzen dieser Methode zu besprechen und die realistischen Ziele festzulegen.

Vor der OP

Im Beratungsgespräch untersucht der behandelnde Arzt die psychischen und physischen Vorrausetzungen und entscheidet je nach Patientin, ob ein ambulanter oder stationärer Eingriff erforderlich sein wird.

Vor der Operation empfehlen wir eine gynäkologische Vorsorgeuntersuchung, welche nicht länger als ein halbes Jahr zurückliegen sollte. Bei jungen Patientinnen bis Anfang 30 reicht in der Regel eine Ultraschalluntersuchung, bei älteren empfiehlt sich eine Mammographie.

Eine Vergrößerung der Brust durch Eigenfett ist generell nur dann möglich, wenn genügend Fettspendezonen vorhanden sind und kein sehr großes Brustvolumen angestrebt wird.

Vier Wochen vor dem Eingriff sollte auf das Rauchen verzichtet werden. Nur so ist ein teilweises Überleben der transplantierten Fettzellen möglich. Um Blutergüsse zu minimieren, sollte zehn Tage vor der OP die Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente (zum Beispiel Aspirin) eingestellt werden.

OP-Methoden Brustvergrößerung Eigenfett

Der Eingriff besteht aus zwei Teilen: der Fettabsaugung und der Fetteinspritzung in die Brust. Kleine Hautschnitte für die Kanülen sorgen für fast unsichtbare Narben.

Zunächst werden gemeinsam mit dem Arzt die Areale, die als Fettspendezonen dienen und die unterspritzt werden sollen, bestimmt. Bei der Fettabsaugung sind folgende Methoden verbreitet:

Tumeszenztechnik

Als Standardmethode bei der Liposuktion (Fettabsaugung) wird die Tumeszenztechnik eingesetzt (Tumeszenz in Lokalanästhesie – TLA). Bei dieser Methode wird eine Lösung aus sterilem Wasser und Kochsalzlösung mit Adrenalin (um Blutungen zu vermeiden) und gegebenenfalls einem Betäubungsmittel in das Fettgewebe unter der Haut gespritzt. Dabei wird in der Regel mehr von dieser Flüssigkeit eingebracht als abgesaugt wird.

Sobald das Adrenalin seine Wirkung zeigt kann die Fettentnahme in Form einer Fettabsaugung beginnen. In winzigen Hauteinschnitten (wenige Millimeter) wird eine Kanüle eingeführt, durch die das Gemisch aus Fett und Tumeszenzlösung mit Hilfe einer Vakuumpumpe abgesaugt wird. Nach der Fettabsaugung werden die Einschnitte entweder vernäht oder bleiben offen.

Da die Lösung mit einem Betäubungsmittel versetzt ist, kann bei kleinen Arealen auf eine Vollnarkose verzichtet werden, da die behandelten Stellen gezielt mit Betäubungsmittel schmerzunempfindlich gemacht worden sind. Möchten Patienten absolut nichts mitbekommen, empfiehlt sich trotzdem eine Vollnarkose, die bei großflächigen Absaugungen grundsätzlich zu empfehlen ist. Wie auch bei üblichen Liposuktionen, ist an den abgesaugten Arealen für vier bis sechs Wochen Kompressionskleidung zu tragen.

Oft wird dann das gewonnene Fett zentrifugiert, um die Fettzellen von den übrigen Flüssigkeiten zu trennen und anschließend transplantiert.

BEAULI™ Methode

Eine neue Methode bei der Liposuktion stellt die BEAULI™ Methode (Berlin Autologous Lipotransfer) dar. Dabei werden die Fettzellen mit einer schonenden Wasserstrahl-Assistierten Liposuktion (WAL) mit körperwarmer Lösung (Tumeszenz-Lösung) aus ihrem Verbund gelöst. Im Vergleich zur klassischen Lösung enthält diese nur zehn bis 15 Prozent Flüssigkeit, wodurch eine Zentrifugierung der Fettzellen nach dem Absaugen nicht mehr nötig ist. Im Schnitt wachsen 76 Prozent (Plus / minus 11 %) der injizierten Fettzellen an.

Im zweiten Teil der OP kann das Fett gezielt in die vorher definierten Stellen der Brust eingespritzt werden. Dafür werden ein bis zwei kleine Schnitte in der Unterbrustfalte oder am Brustwarzenrand vorgenommen, über die das Fett im Unterhautgewebe der Brust und unter dem Brustmuskel in kleinen Portionen fächerförmig verteilt wird. Pro Operation kann eine Volumenzunahme von durchschnittlich 100 bis 150 Milliliter je Brust erzielt werden. Eine vorgedehnte Brust, wie etwa nach Stillzeiten, kann mehr Volumen aufnehmen als eine feste kleine Brust.

Narkose, OP-Dauer und stationärer Aufenthalt

In der Regel wird der Eingriff ambulant oder in einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt. Die durchschnittliche Operationsdauer beträgt ein bis zwei Stunden und erfolgt unter Vollnarkose oder unter Lokalanästhesie mit Dämmerschlaf. In speziellen Fällen kann der Eingriff auch stationär mit einer Übernachtung in der Klinik erfolgen.

Erholungsphase und Nachbehandlung

Unmittelbar nach der Operation ist mit deutlichen Schwellungen im Bereich der Brust von bis zu vier Wochen zu rechnen. Für die ersten Tage wird ein Watteverband an die Brüste angelegt. Wärme – sprich Durchblutung – soll die Überlebensrate der transplantierten Fettzellen unterstützen. Auch sollte auf das Tragen von enger Kleidung oder BHs verzichtet werden, die Druck auf das frisch implantierte Fett ausüben könnte.

An den Fettentnahmestellen (nicht an der Brust!) muss für einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen entsprechende Kompressionskleidung getragen werden.

Patientinnen sollten nach dem Eingriff die Arme nicht zu sehr bewegen und leistungsorientierte sportliche Aktivitäten für mindestens sechs Wochen vermeiden. Auch sind viele kleine kohlenhydratreiche Mahlzeiten günstig, da ein leicht erhöhter Insulinspiegel die Einheilung der Fettzellen begünstigt.

In den vier bis sechs Wochen nach dem Eingriff wächst das transplantierte Fettgewebe im Gewebe an. Nicht alle transplantierten Fettzellen überleben. Ein Teil wird wie bei einem Bluterguss ohne Rückstände abgebaut. Die endgültige Form und Größe der Brüste zeigt sich daher erst nach zwei bis drei Monaten. Eventuelle weitere Transplantationen von Fettgewebe können nach drei Monaten durchgeführt werden.

Mögliche Komplikationen

Die Brustvergrößerung mit Eigenfett gilt als risikoarm, da körpereigene Fettzellen zum Füllen verwendet werden. Da aber nicht alle Zellen mit den bestehenden Fettzellen einschmelzen, kann es bei fehlender Erfahrung und ungeeigneten OP-Verfahren zur ölhaltigen Zystenbildung kommen. Dies geschieht, wenn das Fett in großen Klumpen vorliegt, bei denen der Kern des Fettklumpens keinen Anschluss an die lokale Blutversorgung bekommt und abstirbt. Dieses Risiko kann weitestgehend reduzuiert werden, wenn das Fett fächerförmig verteilt wird.

Bei nicht fachgerechter Behandlung können Ölzysten oder Fetttnekrosen auftreten.

Wie bei allen anderen operativen Eingriffen kann es auch nach einer Brustvergrößerung mit Eigenfett zu einer postoperativen Entzündung kommen, die schlimmstenfalls zu einer Entfernung des eingebrachten Gewebes führt und mit Antibiotika behandelt werden muss. Dies kommt extrem selten vor.

Komplikationen, die zu Formproblemen der Brust führten oder gar Schäden an der Gesundheit anrichteten, wurden bisher bei den hier beschriebenen Verfahren nicht beobachtet.

Kosten Brustvergrößerung Eigenfett

Das Honorar für eine Brustvergrößerung mit Eigenfett beginnen bei etwa 4.000 €. Hinzu kommen Kosten für Material, Narkose und Klinikaufenthalt, so dass sich die Gesamtkosten abhängig vom Aufwand oft um die 5.000 € bewegen. Werden mehr Areale als für die Fettgewinnung erforderlich abgesaugt, steigt der Preis.

In wenigen Ausnahmefällen, meist bei ungewöhnlich und deutlich sichtbaren erworbenen oder angeborenen Asymmetrien, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse nach einer Einzelfallentscheidung die Kosten. Beim Wiederaufbau nach Brustkrebs werden die Kosten nach Voranfrage bei der Kasse oft übernommen.

Sollte eine nachträgliche Korrektur erforderlich sein, ist darauf zu achten, dass der Behandlungsvertrag mit dem Plastischen Chirurgen eine eventuelle Nachbehandlung einschließt.

Fragen und Antworten Brustvergrößerung mit Eigenfett

Wie lange hält Eigenfett in Brust?

Ein Teil des in die Brust injizierten Fettes verbleibt nicht im Körper und wird kurz nach der Operation auf natürlichem Wege abgebaut. Das ist jedoch völlig normal und wird bei der Planung berücksichtigt. Daher werden steht mehr Fettzellen aus dem Spenderbereich entnommen, als letztlich in der Brust verbleiben. Bis zu 70% des neu verteilten Fettes bleiben dauerhaft in der Brust.

Wie lange dauert es bis Eigenfett angewachsen ist?

Ein nahezu komplettes Endergebnis an der Brust ist meist nach ca. 4 Wochen sichtbar. 

Stimmt die Aussage, dass die Brustvergrößerung mit Eigenfett Einfluss auf Bildgebung oder Krebsvorsorge erschweren?

Nein – die Aussage stimmt so nicht. Verkalkungen durch Fettnekrosen sehen ganz typisch aus und können ohne Probleme als solche und sehr einfach von Krebsverkalkungen differenziert werden. Zusätzliche und regelmäßige radiologische Kontrollen sind nicht nötig.

Was versteht man unter der Fettresorption?

Unter Fettresorption versteht man den natürlichen Abbau und die Aufnahme von transplantiertem Fettgewebe durch den Körper, sodass ein Teil des eingespritzten Fettes nicht dauerhaft erhalten bleibt. In der Regel wachsen 76 % der Fettzellen an (+/- 11 Prozent).

Mehr Informationen unter https://www.beauli.de/science/

Welchen Volumenänderung kann erzielt werden?

Pro Sitzung ist meist eine Zunahme von maximal ½ bis 1 Körbchengröße möglich. Um das größere Zielvolumen zu erreichen, sind 2–3 Sitzungen im Abstand von mehreren Monaten nötig

Können Veränderungen des Körpergewichtes oder hormonelle Faktoren das Ergebnis langfristig ändern?

Veränderungen des Körpergewichts oder hormonelle Faktoren können das Ergebnis langfristig verändern – das übertragene Fett verhält sich wie ganz normales Körperfett.

Übernehmen Krankenkassen die Kosten der Behandlung?

Die Genehmigung ist oft individuell zu klären. Gesetzliche Krankenkassen lehnen ab, private KK übernehmen in der Regel nach vorheriger Prüfung eines entsprechenden Antrags die Kosten.

Wie lange hält das Ergebnis einer Brustvergrößerung mit Eigenfett?

Das Ergebnis einer Brustvergrößerung mit Eigenfett gilt als dauerhaft, denn der Großteil der transplantierten Fettzellen, die erfolgreich anwachsen, verbleibt lebenslang in der Brust. Studien und Erfahrungswerte zeigen, dass etwa 70–76 % des eingebrachten Fettes langfristig erhalten bleiben, während ein kleinerer Anteil in den ersten Wochen nach dem Eingriff vom Körper auf natürliche Weise abgebaut wird. Das Endergebnis lässt sich meist nach 3 bis 4 Wochen beurteilen, wenn der Heilungsprozess weitgehend abgeschlossen ist.

Verschiedene Faktoren beeinflussen, wie beständig das Volumen in der Brust bleibt. Besonders wichtig sind das Verhalten und der Lebensstil der Patientinnen nach dem Eingriff. Starke Gewichtsschwankungen – sowohl Zu- als auch Abnahmen – wirken sich direkt auf das Fettgewebe aus, da das übertragene Fett wie normales Körperfett auf Veränderungen reagiert. Ebenso können hormonelle Einflüsse, etwa durch Schwangerschaft oder Wechseljahre, die Form und Größe des transplantierten Fettgewebes verändern.

Auch die Erfahrung und Technik des ärztlichen Teams sowie die Nachsorge spielen eine wesentliche Rolle für die Haltbarkeit des Ergebnisses. Wird das Eigenfett optimal transplantiert und der Heilungsverlauf sorgfältig überwacht, ist die Brustvergrößerung mit Eigenfett eine langfristig stabile und natürliche Methode.

Ist auch eine Bruststraffung zu erreichen und wenn ja, wie lange hält dieses Ergebnis?

Eine Brustvergrößerung mit Eigenfett kann in gewissem Umfang auch zu einer leichten Straffung der Brust führen, insbesondere wenn ein moderater Volumenzuwachs erzielt wird. Das zusätzliche Volumen hebt das Gewebe sanft an und sorgt so für eine straffere und jugendlichere Kontur. Allerdings ersetzt das Verfahren keine klassische Bruststraffung (Mastopexie), die insbesondere bei stärkerer Erschlaffung des Gewebes erforderlich ist. Die Straffung durch Eigenfett ist vor allem für Patientinnen mit nur geringer Hauterschlaffung geeignet.

Wie lange der straffende Effekt anhält, hängt maßgeblich von der Menge des eingebrachten Fetts, den individuellen Hautgegebenheiten und dem natürlichen Alterungsprozess ab.

Sind besonders schlanke Frauen für die Brustvergrößerung mit Eigenfett geeignet?

Bei besonders schlanken Frauen gestaltet sich die Brustvergrößerung mit Eigenfett oft herausfordernder. Da für den Eingriff eine ausreichende Menge an körpereigenem Fett benötigt wird, stehen bei sehr schlanken Patientinnen mit wenig Fettdepots nur begrenzte Möglichkeiten zur Verfügung.

Dennoch ist der Eingriff nicht grundsätzlich ausgeschlossen: Mit spezieller Technik und sorgfältiger Planung kann auch bei schlankeren Frauen Eigenfett schonend gewonnen und transplantiert werden. Allerdings sollte die Erwartung hinsichtlich des erzielbaren Volumens realistisch sein, da meist nur eine moderate Vergrößerung möglich ist. Eine ausführliche individuelle Beratung durch ein erfahrenes Behandlungsteam ist in solchen Fällen besonders wichtig, um die Möglichkeiten und Grenzen gemeinsam zu besprechen.

Gibt es Vorher-Nachher-Bilder?

Im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs können Ihnen Vorher-Nachher-Bilder ähnlicher Fälle gezeigt werden, damit Sie sich einen realistischen Eindruck vom möglichen Ergebnis verschaffen können. Eine öffentliche Veröffentlichung solcher Bilder – etwa auf Webseiten oder in Broschüren – ist bei plastisch-chirurgischen Eingriffen allerdings in Deutschland gesetzlich untersagt. Dies dient dem Schutz der Patienten und der Einhaltung ethischer Standards, sodass Bildmaterial ausschließlich individuell und vertraulich in der Praxis gezeigt werden darf.

Warum sollte ich für meine Behandlung einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wählen?

Viele Bezeichnungen wie „Schönheitschirurg“, „Kosmetischer Chirurg“ oder „Ästhetischer Chirurg“ sind in Deutschland nicht geschützt. Sie können von jeder beliebigen Ärzte geführt werden, unabhängig von der eigentlichen Qualifikation. Nur der Titel „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ garantiert eine hochspezialisierte, langjährige Ausbildung, die alle Aspekte der plastisch-ästhetischen Chirurgie abdeckt – von der Anatomie über operative Techniken bis zum Umgang mit Komplikationen.

Die Wahl eines Facharztes für Plastische und Ästhetische Chirurgie bietet Ihnen ein Höchstmass an Sicherheit und Qualität für Ihre Behandlung. Nur diese Spezialisten verfügen über eine langjährige, strukturierte Weiterbildung, die alle Aspekte der plastischen und ästhetischen Chirurgie abdeckt.

Sie haben umfassendes Wissen über operative Techniken, Anatomie und mögliche Komplikationen, wodurch das Risiko von unerwünschten Nebenwirkungen minimiert wird. Durch ihre Spezialisierung erkennen sie individuelle anatomische Besonderheiten, können die Behandlung optimal planen und auch im Falle von Komplikationen gezielt reagieren. Damit können Sie darauf vertrauen, medizinisch und ästhetisch optimal versorgt zu sein.

Warum die Mitgliedschaft bei der DGÄPC ein entscheidendes Kriterium bei der Arztwahl ist

Die Mitgliedschaft bei der DGÄPC setzt dies Facharztausbildung zwingend voraus und schließt somit Unsicherheiten hinsichtlich der Qualifikation aus.

Vorteile der DGÄPC-Mitgliedschaft für Patienten

  • Nachweisbare Qualifikation und Erfahrung: DGÄPC-Mitglieder sind Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit umfassender Weiterbildung und langjähriger Erfahrung in der plastisch-ästhetischen Chirurgie. Sie erfüllen höchste Anforderungen in Theorie und Praxis.
  • Transparenz und Aufklärung: Die Gesellschaft verpflichtet ihre Mitglieder zu transparenter Beratung und umfassender Aufklärung der Patient*innen über Chancen, Risiken und Alternativen eines Eingriffs.
  • Ethik und Patientenschutz: Die DGÄPC hat verbindliche ethische Leitlinien erarbeitet. Mitglieder sind verpflichtet, die Interessen und das Wohl der Patient*innen stets in den Mittelpunkt zu stellen und kommerzielles Eigeninteresse hintanzustellen.
  • Qualitätskontrolle und Weiterbildung: Durch regelmäßige Fortbildungen und den fachlichen Austausch im Rahmen der DGÄPC bleiben Mitglieder stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik.
  • Verlässliche Standards: Die DGÄPC entwickelt und überprüft Behandlungsstandards, um eine hochwertige und sichere Versorgung zu gewährleisten. Dies betrifft sowohl die Auswahl der Methoden als auch die Durchführung und Nachsorge der Eingriffe.

Für Patienten bedeutet die Mitgliedschaft eines Arztes bei der DGÄPC, dass sie sich auf eine nachprüfbare, hochwertige Ausbildung, laufende Qualitätskontrolle und eine ethische Grundhaltung verlassen können. Dies schafft Vertrauen und Transparenz – wesentliche Faktoren auf dem Weg zu einem gelungenen Eingriff.

Insbesondere die Mitgliedschaft in der DGÄPC gibt Patienten die Sicherheit, dass ihre Behandlung nach höchsten medizinischen Standards durchgeführt wird, und dass sie im Falle von Komplikationen optimal betreut sind. Wie bieten darüber hinaus Informationsmaterialien, Checklisten und Ratgeber an, die Patienten zusätzliche Unterstützung bei der Entscheidungsfindung bieten.

Fazit

Die Mitgliedschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie ist ein zentrales Auswahlkriterium, das Patient*innen bei der Wahl eines geeigneten Behandlungsteams Orientierung bietet. Sie steht für nachgewiesene Fachkompetenz, kontinuierliche Weiterbildung, ethische Verantwortung und höchste medizinische Standards.

Wer sich für eine Behandlung im Bereich der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie entscheidet, sollte daher auf die Mitgliedschaft der DGÄPC achten und diese gezielt bei der Beratung ansprechen.

Weitere Tipps zur Auswahl Arztwahl

  • Prüfen Sie die Qualifikationen und Facharztausbildung der Ärzte.
  • Fragen Sie nach der Mitgliedschaft in anerkannten Fachgesellschaften wie der DGÄPC.
  • Bestehen Sie auf einer umfassenden, persönlichen Beratung und Aufklärung.
  • Achten Sie auf Transparenz bei Kosten, Risiken und Alternativen.
  • Nutzen Sie unabhängige Patientenratgeber und Checklisten zur Vorbereitung.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Eingriff auch in einem hochwertigen OP-Saal stattfindet. Hochwertige OP-Bereiche bieten einen höheren Hygiene-Standard, höhere Sicherheit und zuverlässigere Technik.

Eine fundierte Entscheidung auf Basis objektiver Kriterien schützt Sie vor unerwünschten Überraschungen und trägt entscheidend zu Ihrer Sicherheit und Zufriedenheit bei.

Publikationen und Veröffentlichungen

Mitwirkende Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie an diesem Artikel

Bild von Dr. med. Helge Jens
Dr. med. Helge Jens

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
in Aachen

Bild von Dr. med. Ursula Tanzelle
Dr. med. Ursula Tanzelle

Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie
in Berlin und Birkenwerder

Bild von Dr. med. Dietmar Scholz
Dr. med. Dietmar Scholz

Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie
in Wiesbaden