Minimalinvasive Behandlungen weiter im Aufwind

Im Rahmen ihrer Frühjahrstagung in Hamburg präsentierten die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) und die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Mitgliederbefragung. Die Operations- und Behandlungsstatistik für das Jahr 2015 macht deutlich, dass ästhetische Behandlungen mittlerweile auch in Deutschland selbstverständlicher werden. Dr. Helge M. Jens, Vorstandsmitglied der DGÄPC, stellte die Daten gemeinsam mit den Tagungspräsidenten Prof. Dr. Detlev Hebebrand und Dr. Marian Mackowski sowie VDÄPC-Präsident Prof. Dr. Ernst Magnus Noah der Öffentlichkeit vor.

Ergebnisse der Mitgliederbefragung von DGÄPC und VDÄPC

Im Vergleich zum Vorjahr (29.723 Eingriffe) führten die Mitglieder von DGÄPC und VDÄPC 2015 etwa zehn Prozent mehr ästhetisch-plastische Operationen durch. In den beiden führenden Fachvereinigungen für Ästhetisch-Plastische Chirurgie sind ausnahmslos qualifizierte Fachärzte organisiert, die schwerpunktmäßig im Bereich der Ästhetik arbeiten, wodurch die Erhebung Rückschlüsse auf die Gesamtentwicklung des Fachgebiets in Deutschland zulässt. Das Interesse an ästhetischen Behandlungen nimmt demnach weiter zu. Dabei ist die Ästhetisch-Plastische Chirurgie nach wie vor in erster Linie für weibliche Patienten attraktiv: Von den insgesamt 43.287 Eingriffen bleibt der Männeranteil wie im Vorjahr stabil bei etwa zwölf Prozent.

Brustvergrößerung bleibt bei Frauen die Nummer eins

Bei Frauen ist nach wie vor die Brustvergrößerung der am häufigsten durchgeführte Eingriff. Mit knapp 6.000 Brustvergrößerungen führten die Mitglieder von DGÄPC und VDÄPC im Jahr 2015 einen beträchtlichen Teil der schätzungsweise 20.000 Operationen dieser Art in Deutschland durch. In der Beliebtheit bei weiblichen Patienten folgen dicht hinter der Brustvergrößerung die Fettabsaugung (4.938 Eingriffe) und die Oberlidstraffung (4.231). Ebenfalls unter den Top Fünf sind die Nasenkorrektur (2.461) und die Bauchdeckenstraffung (2.187).

Haartransplantation wird bei Männern immer beliebter

Bei männlichen Patienten führt die Behandlung der Gynäkomastie, also der sogenannten Männerbrust, die Rangliste an. Ebenfalls beliebt und wie bei den Frauen auf den Plätzen zwei und drei sind die Fettabsaugung und die Oberlidstraffung. Neben der Unterlidstraffung hat es auch die Haartransplantation durch einen deutlichen Zuwachs unter die beliebtesten Eingriffe bei Männern geschafft. Was noch vor einigen Jahren als Tabuthema galt, wird seit einigen Jahren zunehmend gesellschaftlich akzeptiert, nicht zuletzt, da sich mehr und mehr Prominente zur Haarverpflanzung bekennen.

Top 5 ästhetisch-plastische Operationen bei Männern

Im Trend: minimalinvasive Eingriffe

Aus den jüngsten Erhebungen gehen vor allem die sogenannten minimalinvasiven Behandlungen als Trend hervor. Gab es im Vorjahr noch 39.865 sogenannte sanfte ästhetische Behandlungen, konnten die Mitglieder von DGÄPC und VDÄPC im Jahr 2015 mit 42.758 Behandlungen einen deutlichen Zuwachs von knapp acht Prozent verzeichnen. Erstaunlich ist, dass es sich bei fast der Hälfte dieser Verfahren um Faltenbehandlungen mit Botulinumtoxin handelte und die sogenannte Botox- oder Botulinumbehandlung somit in Deutschland die mit Abstand häufigste ästhetische Behandlung darstellte. Aber auch die Faltenbehandlung mit Hyaluronsäure wurde 2015 sehr häufig durchgeführt. Ein besonders starker Anstieg ist beim Lipofilling – der Behandlung von Falten oder eingefallenen Gesichtspartien mit körpereigenem Fett – zu beobachten. Die Zahl dieser Behandlungen stieg von 2014 bis 2015 um etwa 15 Prozent.

Interessanterweise setzt sich der Trend hin zu mehr minimalinvasiven Behandlungen bei Frauen stärker durch als bei Männern: Bei den nichtoperativen ästhetischen Behandlungen beträgt der Männeranteil etwa sechs Prozent und liegt damit deutlich unter dem gesamten Männeranteil.

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