Mythos oder Wahrheit: Keine Operationen in der Ästhetischen Chirurgie im Sommer?

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine ästhetisch-plastische Behandlung? Vor dieser Frage stehen viele interessierte Patienten. Grundsätzlich ist eine Behandlung jederzeit möglich, dennoch hält sich das Gerücht hartnäckig, dass die Sommermonate keine gute Zeit für Operationen sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) klärt auf und räumt falsche Informationen aus dem Weg.
Sind die warmen Temperaturen nicht ein Problem?
Auch während der Sommermonate sind fast alle gängigen plastischen Operationen möglich. Sonst wäre es zum Beispiel in Brasilien, Platz zwei der Länder mit
den meisten Schönheitsoperationen weltweit, nicht möglich sich Eingriffen zu unterziehen. Die Annahme, dass die warmen Temperaturen einen negativen Einfluss
auf die Wundheilung haben können entkräftet Dr. Torsten Kantelhardt, Präsident der DGÄPC: „Höhere Temperaturen in der freien Natur spielen kaum eine
Rolle, da wir uns in der Regel hauptsächlich in geschlossenen oder klimatisierten Räumen aufhalten. Die Rekonvaleszenz wird nach operativen Eingriffen in der
Regel auch nicht durch etwas höhere Temperaturen beeinträchtigt.“.
Sollte direkte UV-Strahlung vermieden werden?
Ein weiterer Mythos besteht darin, dass die Sonnenstrahlung plastisch-ästhetische Eingriffe im Sommer negativ beeinflusst, wenn nicht gar ausschließt. Natürlich
sollten Narbenbereiche bis zu drei Monate nach dem Eingriff vor einer direkten UV-Einstrahlung geschützt werden, um eine komplikationsfreie Heilung zu gewährleisten.
In der Regel werden Narbenbereiche in leicht abdeckbare Regionen gelegt. Bietet die Art des Eingriffs dies nicht an, sollten die Bereiche mit Sun-Blocker, Textilien oder Pflastern abgedeckt werden, um sie zu schützen.
Schränken Bandagen, Pflaster und Kompressionsmieder ein?
Einige operative Eingriffe, wie zum Beispiel eine Fettabsaugung, erfordern während der Nachbehandlung das Tragen eines Kompressionsmieders oder von
Druckverbänden. Inwieweit diese die Bewegungsfreiheit oder das Wohlbefinden in den Sommermonaten einschränken, muss jeder Patient individuell abwägen.
Dazu gehört auch die Entscheidung, ob man sich trotz Bandagen oder Pflastern in kürzerer Kleidung zeigen möchte oder diese lieber mit langer Kleidung verdecken
mag.
Nach der Behandlung in den Urlaub?
Wichtiger als die Jahreszeit oder die Temperaturen ist für den Arzt jedoch, den für den Patienten günstigsten Zeitpunkt für einen Eingriff zu definieren. Dabei spielen
neben der beruflichen Tätigkeit und dem öffentlichen Leben auch die Urlaubsmöglichkeiten eine wichtige Rolle. Laut Dr. Kantelhardt nutzen einige seiner Patienten
gerade die Sommermonate für Operationen, da sie in diesem Zeitraum länger freinehmen können und somit die Erholungsphase gewährleistet ist. „Aber die
Regenerationsphase nach einem Eingriff ist nicht mit einem Urlaub gleichzusetzen, sondern als Erholungszeit für den Körper zu verstehen.“ gibt Facharzt Dr. Torsten Kantelhardt zu bedenken.