Ästhetisch-Plastische Chirurgie DGÄPC-Statistik 2014

DGÄPC-Statistik 2014

Berlin, 24. September 2014.

Heute stellt die Deutsche Gesellschaft für ÄsthetischPlastische Chirurgie (DGÄPC) in Berlin die Ergebnisse ihrer Patientenbefragung
2014 vor. DGÄPC-Präsident Dr. Sven von Saldern erläutert gemeinsam mit Dr. Wolf
D. Lüerßen, Tagungspräsident der 41. Jahrestagung der DGÄPC, die Ergebnisse der
Studie. Zum siebten Mal führte die Fachgesellschaft eine bundesweite anonyme
Befragung unter den Patienten ihrer Mitglieder durch. Mit der Erhebung ermittelt die
DGÄPC neben den beliebtesten ästhetisch-plastischen Behandlungen auch
Angaben wie Alter, Geschlecht und Beziehungsstatus der Patienten.

„Patienten werden älter.“

„Unsere Patienten werden älter“, fasst von Saldern einen Trend der vergangenen Jahre zusammen, der sich auch 2014 fortsetzt. Während die DGÄPC-Patientenbefragung 2010 noch einen Altersdurchschnitt von 38 Jahren und sechs Monaten auswies, liegt das Durchschnittsalter der Patienten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie heute bei 40 Jahren und neun Monaten. „Behauptungen, dass ästhetische Behandlungen immer mehr zum Jugendtrend werden, können wir widersprechen“, so der DGÄPC-Präsident. Insgesamt ist der Anteil Minderjähriger mit 0,2 Prozent verschwindend gering. Knapp die Hälfte (48,0 Prozent) der Patienten ist über 40 Jahre alt, männliche Patienten sind etwas jünger als weibliche.

Männeranteil erstmals seit drei Jahren rückläufig

Laut der Erhebung ging der Anteil männlicher Patienten erstmals seit drei Jahren leicht zurück. Allerdings bilden Männer mit 14,7 Prozent (2013: 17,1 Prozent) nach wie vor einen nicht unwesentlichen Teil der Patienten in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Heute nehmen deutlich mehr Männer die Dienste eines Ästhetisch-Plastischen Chirurgen in Anspruch als noch 2008. Bei der damals erstmalig durchgeführten DGÄPCPatientenbefragung ergab sich ein Männeranteil von nur 9,6 Prozent. „Ästhetische Behandlungen bleiben auch bei den deutschen Männern beliebt“ betont von Saldern.

Ästhetisch-Plastische Chirurgie bei Akademikern beliebt

Erstmals fragte die DGÄPC die Patienten nach ihrem höchsten Schul- oder Bildungsabschluss. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung verfügen mit 35,4 Prozent überdurchschnittlich viele Patienten über einen akademischen Abschluss. Bei männlichen Patienten macht sich dies sogar noch deutlicher bemerkbar als beim Durchschnitt. Mit insgesamt 47,7 Prozent verfügt fast die Hälfte der Befragten über eine abgeschlossene Ausbildung, die übrigen Patienten befinden sich in der Regel noch in Ausbildung oder Studium. Tagungspräsident Lüerßen betont: „Ästhetisch-Plastische Chirurgie ist ein Thema für die Mitte der Gesellschaft.“

Brustvergrößerung weiter Spitzenreiter, Botulinum auf dem Vormarsch

Wie in den vergangenen Jahren ist die Brustvergrößerung mit Implantat (18,0 Prozent) die beliebteste ästhetisch-plastische Operation der Frauen in Deutschland und steht damit auch insgesamt auf Platz eins. Ihr leichter Rückgang in der relativen Beliebtheit ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass 2014 mehr Patientinnen (3,2 Prozent) eine Brustvergrößerung mit Eigenfett vornehmen ließen. Botulinumbehandlungen, besser bekannt unter dem Markennamen „Botox“, finden sich erstmals unter den beliebtesten drei Behandlungen. “Minimalinvasive und nichtinvasive Behandlungen gewinnen im Vergleich zu den klassischen Operationen weiter an Bedeutung“, so von Saldern.

Immer mehr Lidstraffungen bei Männern

Deutliche Veränderungen zum Vorjahr zeigt die Tabelle der beliebtesten Behandlungen der männlichen Patienten. Hier liegt erstmals die Lidstraffung mit 18,5 Prozent auf dem ersten Platz. Neben Botulinumbehandlungen gewinnen auch bei den Männern Intimkorrekturen, Faltenunterspritzungen und Brustkorrekturen (bei sogenannter Gynäkomastie) an Bedeutung. Nasenkorrekturen, in den vergangenen Jahren bei männlichen Patienten sehr beliebt, stoßen dagegen mit 5,6 Prozent auf immer weniger Interesse. Auch die Schweißdrüsenbehandlung belegt mit 9,2 Prozent zwar noch den vierten Platz, ist aber deutlich weniger gefragt als noch 2013.

Große Erwartungen

„Ästhetische Behandlungen zielen zwar auf äußerliche Korrekturen, ihre Beweggründe liegen aber meist sehr tief“, betont Tagungspräsident Lüerßen. Dies bestätigt auch die diesjährige Studie: Zum ersten Mal fragte die DGÄPC die Patienten nach den Erwartungen, die sie mit dem Ergebnis einer ästhetisch-plastischen Behandlung verbinden, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Mit 76,4 Prozent erhoffen sich mehr als drei Viertel der Patienten ein verbessertes Lebensgefühl. Nur 23,7 Prozent der
Befragten geht es um das Halten oder Erreichen eines Idealbildes. Mit 12,8 Prozent erhofft sich immerhin jeder Achte die Minderung einer körperlichen Einschränkung, wobei dieser Anteil bei männlichen Patienten mit 18,5 Prozent deutlich größer ist. 

Frauen planen, Männer entscheiden spontan

Ein weiterer deutlicher Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Patienten besteht hinsichtlich der Entscheidungsdauer zu einer ästhetisch-plastischen Behandlung.

Während bei Frauen durchschnittlich 6,5 Jahre zwischen dem ersten Gedanken an eine ästhetische Behandlung und ihrer Durchführung liegen, brauchen Männer dafür im Durchschnitt nur 5,3 Jahre. Fast jeder fünfte männliche Patient (19,5 Prozent) entscheidet sich innerhalb von einem Jahr zu einer Behandlung, bei den Frauen sind es nur 14,4 Prozent.

Ausgeprägtes Risikobewusstsein bei Patienten

Erstmalig fragte die DGÄPC die Patienten ihrer Mitglieder im Rahmen der aktuellen Erhebung, ob sie sich bereits vor Besuch des Facharztes über mögliche Risiken des von ihnen gewünschten Eingriffs informiert hätten. Die große Mehrheit der Befragten zeigte sich gut vorbereitet: 71,8 Prozent der männlichen und 80,0 Prozent der weiblichen Patienten gaben an, sich über mögliche Risiken informiert zu haben. Für Baetge ist dies ein ermutigendes Zeichen: „Ästhetisch-plastische Operationen sind medizinische Eingriffe mit allen damit verbundenen Risiken.“ Er zeigt sich erfreut über das Risikobewusstsein der Patienten, betont aber: „Fachärzte werden dadurch nicht von ihrer Aufklärungspflicht befreit.“

Gute Erfahrungen wirken vertrauensbildend.“

Erstmals fragte die DGÄPC die Patienten, ob sie durch Personen in ihrem Umfeld bereits mit der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie in Berührung gekommen seien. Hierbei ergaben sich klare Unterschiede zwischen Frauen und Männern. Während die Hälfte (50,0 Prozent) der weiblichen Patienten angab, jemanden zu kennen, der sich einer ästhetischen Behandlung unterzogen habe, taten dies nur 29,7 Prozent der Männer. Mit 31,3 Prozent erklärte fast jeder dritte männliche Patient, dass er nicht wüsste, ob in seinem Umfeld jemand Erfahrungen mit ästhetischen Behandlungen hätte.

Insgesamt haben mit 46,9 Prozent sehr viele Patienten Freunde oder Verwandte, die sich einer ästhetischen Behandlung unterzogen haben und darüber auch offen sprechen. „Gute Erfahrungen im
eigenen Umfeld wirken auch in der Ästhetischen Chirurgie vertrauensbildend“, fasst
DGÄPC-Präsident von Saldern die Ergebnisse zusammen.

Facharzt wichtiger als Kosten

Ebenfalls vertrauensbildend scheint die Bezeichnung „Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie“ auf die Patienten zu wirken. Etwa ein Drittel der Patienten (66,1 Prozent) messen diesem Titel ihres behandelnden Arztes bei der Entscheidung zu einer ästhetischen Behandlung eine überragend wichtige Rolle bei. Andere Faktoren wie etwa die Kosten der Behandlung treten dagegen in den Hintergrund. Allerdings zeigt sich, dass Männer dem Thema Kosten etwas mehr Bedeutung beimessen: Mit 21,0 Prozent erachten deutlich mehr Männer die Kosten als überragend wichtiges Kriterium als Frauen (14,8 Prozent). Vergleicht man die Faktoren Facharzttitel und Kosten, so überwiegt aber auch
bei Männern das Thema Qualifikation: Für insgesamt 65,8 Prozent der Befragten ist der Facharzttitel wichtiger als die Kosten, für 22,5 Prozent sind diese Aspekte gleich wichtig.

Statistik im Detail

Zum ersten Mal seit Beginn ihrer Erhebungen wertete die DGÄPC ihre Befragungsdaten gezielt in Hinblick auf die vorgenommenen Eingriffe aus: Angaben wie Alter, Geschlecht und Motivation der Patienten können nun abhängig von dem vorgenommenen Eingriff verglichen werden. Detaillierte Auswertungen bieten zukünftig noch mehr Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Methoden der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. „Unsere Erhebungsdaten sind heute so genau wie noch nie“, so von Saldern.

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