Pressekonferenz zur DGÄPC- Statistik 2018 – Aktuelle Trends in der Schönheitschirurgie

Am 24. Oktober präsentierte die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie in Berlin die Ergebnisse der jährlichen Patientenbefragung. DGÄPC-Präsident Dr. Torsten Kantelhardt und der diesjährige DGÄPC-Kongresspräsident Dr. Alexander Hilpert kommentierten die Zahlen und Trends in der sogenannten Schönheitschirurgie. Dafür wurden die Daten von rund 2000 Fragebögen ausgewertet, zu denen die Patienten von DGÄPC-Mitgliedern beigetragen haben. Lesen Sie die interessantesten Fakten im Überblick.

Beliebteste Behandlungen - Minimalinvasive Therapien weiterhin im Aufwind

Auf den ersten beiden Plätze der Top-Behandlungsliste liegen Faltenbehandlungen: die Faltenunterspritzung mit Fillern führt dabei vor der Behandlung mit Botulinum. Bei beiden Verfahren handelt es sich  um minimalinvasive Eingriffe, die klar im Vergleich zum Vorjahr zugelegt haben. Die Faltenunterspritzung stieg von 15,4 auf 26,8 Prozent, die Botulinumbehandlung von 16,4 auf 20,1 Prozent. „Die Faltenunterspritzung ist klar im Trend“, stellt  Dr. Alexander Hilpert fest. Vor allem bei Frauen sind minimalinvasive Methoden beliebt, während Männer operative Verfahren bevorzugen. „Frauen sind vorsichtiger als Männer und bevorzugen kleine Eingriffe. Männer wollen eher langanhaltende Eingriffe und Operationen“, erklärt Dr. Torsten Kantelhardt.

Invasive Top-Behandlungen - Beliebte Klassiker behalten ihren Reiz

Nach der Faltenbehandlung folgen die klassischen operativen Eingriffe: Die Fettabsaugung liegt mit 8,6 Prozent auf Platz drei. Brustvergrößerung und Oberlidstraffung teilen sich mit 8,4 Prozent den vierten Platz. Die drei Behandlungsmethoden waren auch 2017 schon auf den vorderen Rängen, die Fettabsaugung hat die Augenlidstraffung in der Beliebtheit abgelöst. Insgesamt liegen alle drei Operationen in diesem Jahr näher beieinander als 2017.

Prozentualer Männeranteil rückläufig/Männer bevorzugen Operationen

Nachdem die DGÄPC-Statistik 2017 einen Boom bezüglich des Anteils der männlichen Patienten verdeutlichen konnte, zeichnet die diesjährige Erhebung ein anderes Bild. Im vergangenen Jahr waren 17,5 Prozent der Personen, die einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchten, Männer. Um etwa 5,5 Prozent ist der Wert im Vergleich zur aktuellen Statistik gesunken und liegt mit 12 Prozent knapp unter dem Anteil aus dem Jahr 2016 (12,1 Prozent). Dies habe aber vor allem mit den minimalinvasiven Behandlungsvorlieben der Frauen zu tun, so Dr.  Kantelhardt: „Männer tendieren zu Behandlungen mit langanhaltenden Ergebnissen, während weibliche Patienten des Öfteren minimalinvasive Therapien bevorzugen, die einer regelmäßigen Auffrischung bedürfen. Dadurch erhöht sich der Anteil der Frauen dementsprechend.“

Wunsch nach seelischer und körperlicher Besserung bei Frauen besonders stark

Primär erhoffen sich sowohl Frauen (41,8 Prozent) als auch Männer (45,2 Prozent) von dem ästhetisch-plastischen Eingriff eine körperliche Besserung. Insgesamt aber erhoffen sich mehr Frauen eine seelische Verbesserung. Für 31,8 Prozent der Frauen spielt die physische und psychische Veränderung zusammen eine tragende Rolle bei der ästhetisch-plastischen Behandlung; bei den Männern sind es lediglich 20,7 Prozent. „Frauen empfinden anscheinend komplexer. Während für Männer in erster Linie die Korrektur eines individuellen körperlichen Makels im Fokus steht, möchten Frauen den Eingriff auch durchführen lassen, um gleichzeitig den persönlich empfundenen Leidensdruck zu mindern“, erklärt Dr. Kantelhardt.

Bedeutung des Facharzttitels steigt bei der Wahl des Chirurgen

„Patienten achten auf die Arztausbildung“, erklärt Dr. Hilpert und erkennt auch hier einen Trend: „Die Facharztausbildung ist Patienten wichtiger als ein niedriger OP-Preis.“ Dr. Kantelhardt merkt an: „Besonders erfreulich ist die stärkere Bedeutung des Facharzttitels, denn dies dient der Patientensicherheit.“ Fand sich der Facharzttitel 2017 noch auf Platz fünf der für die Patienten wichtigsten Auswahlkriterien, reiht er sich in der DGÄPC-Statistik 2018 hinter dem guten Ruf (56,2 Prozent) und dem Expertenstatus (48,3 Prozent) schon auf Platz drei mit 39,6 Prozent ein. „Der Titel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie ist ein objektives Indiz für die Qualifikation und Erfahrung des Arztes. Patienten wollen Experten“, so Dr. Kantelhardt.

Die DGÄPC-Statistik mit den kompletten Ergebnissen der DGÄPC-Patientenbefragung finden Sie hier zum kostenlosen Download.

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