Hintergründe der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie – Teil 3: Was ist Hyaluronsäure?

In der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie zeichnet sich ein Trend hin zu den „sanften“ Behandlungen ab. Diese nichtinvasiven Therapien verzichten auf operative Eingriffe und stoßen vor allem im Bereich der Faltenbehandlung auf eine vermehrte Nachfrage. Angeführt wird die Liste der gefragtesten nichtinvasiven Behandlungen von den Fillerbehandlungen, bei denen vor allem Präparate auf der Basis von Hyaluronsäure als Füllmaterial zum Einsatz kommen. Doch was genau ist Hyaluronsäure und was macht sie für den kosmetischen und medizinischen Bereich so wertvoll?

Hyaluronsäure in unserem Körper

Zu den großen Vorteilen der Fillerbehandlung mit Hyaluronsäure gehört, dass diese auch ein natürlicher Baustein in unserem Körper ist. Allergische Reaktionen bei der Faltenunterspritzung mit diesem Stoff können daher weitestgehend ausgeschlossen werden. In unserem Körper glänzt die Hyaluronsäure vor allem durch ihre Fähigkeit, sehr große Mengen Wasser zu binden. Auf diese Weise ermöglicht sie es zum Beispiel, den Feuchtigkeitshaushalt und die Elastizität der Haut aufrechtzuerhalten. Doch sie ist nicht nur ein wichtiger Bestandteil unserer Haut. Auch in unserem Augapfel ist sie dafür zuständig, Wasser zu binden. In den Gelenken fungiert sie hingegen als eine Art Schmiermittel, das die reibungslose Bewegung der Gelenke ermöglicht. Zudem ist die Hyaluronsäure an zahlreichen biochemischen Reaktionen im menschlichen Körper beteiligt, so etwa an der Zellteilung und der Wanderung von Zellen. Vor allem in der Embryonalentwicklung spielt dies eine wichtige Rolle.

Hyaluronsäure in der Medizin

In der Medizin nutzt man die zuvor besprochenen Eigenschaften und Funktionen der Hyaluronsäure auf vielerlei Weise. So wird sie bei Arthroseerkrankungen in das betroffene Gelenk gespritzt, um dieses zu „schmieren“. Auch dämpft sie dort den Druck, der bei Bewegungen auf das Gelenk wirkt. Verwendung findet Hyaluronsäure ebenfalls in Pflege- und Arzneiprodukten. Als Bestandteil einiger Nasensprays soll sie die Nase vor dem Austrocknen bewahren. Ähnlich verhält es sich bei einigen Augentropfen und Pflegelösungen für Kontaktlinsen. Sie unterstützen den Feuchtigkeitsfilm des Auges und schützen es somit. In der Biochemie wird Hyaluronsäure als Wachstumsgrundlage beim sogenannten Tissue Engineering (Gewebezüchtung) verwendet. Besonders im Bereich der Kosmetik ließe sich die Liste der Anwendungsgebiete der Hyaluronsäure noch um einiges erweitern.

Hyaluronsäure in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie

Für die Ästhetisch-Plastische Chirurgie hat Hyaluronsäure, wie bereits angesprochen, eine große Bedeutung. Patienten, die sich an den Zeichen der Zeit stören, finden in der Fillerbehandlung eine recht unkomplizierte und schmerzfreie Therapiemöglichkeit. Hierbei wird Hyaluronsäure unter die Haut gespritzt, wo sie diese mit der Feuchtigkeit und Elastizität versorgt, die mit der Zeit verloren gegangen ist. Das Ergebnis ist ein verjüngtes und gestrafftes Hautbild. Da Hyaluronsäure ein körpereigener Stoff ist, wird er dementsprechend auch wieder abgebaut. Für dauerhafte Resultate können die Behandlungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Doch in der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie wird Hyaluronsäure nicht nur für die Faltenbehandlung verwendet. Weitere Einsatzmöglichkeiten finden sich zum Beispiel bei der Lippenvergrößerung oder bei einigen ästhetisch-plastischen Intimkorrekturen.

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