Arztsuche: Welche Rolle spielen Portale?

Bei der Arztsuche wählen wohl die meisten Menschen zunächst den Weg über das Internet. Dort besteht die Möglichkeit, zu schauen, wer in der Nähe des Wohnortes ansässig ist. Dabei stößt man schnell auf Arztbewertungsportale wie estheticon oder jameda. Hier werden Informationen zum Arzt und zu dessen Praxis angezeigt. Außerdem bieten sie Ärzten die Möglichkeit, sich mit ihrer Website zu präsentieren, mit Patienten und Interessenten in Kontakt zu treten sowie ihre Präsenz in Suchmaschinen zu verbessern. Auch hier gilt: Der erste Eindruck zählt! So werden mittlerweile professionelle Bilder vom Arzt und von der dazugehörigen Praxis gezeigt und Fachartikel zu Behandlungsmethoden veröffentlicht, um das Vertrauen potenzieller Patienten zu gewinnen. Im Gegenzug besteht die Möglichkeit, die Leistung des Arztes im Nachgang anonym zu bewerten. Ist die Bewertung gut – wunderbar. Auf eine schlechte Bewertung kann der Arzt antworten und so einen Kontakt herstellen, um den Sachverhalt zu klären. Aufgrund der Anonymität ist nie gewiss, dass der vermeintliche Patient auch wirklich in Behandlung war – sogenannte Fake-Bewertungen sind die Tücke im System. Kommentare und Bewertungen zu löschen ist zudem nicht im Sinne der Erfindung, da ein möglichst unabhängiges Medium geschaffen werden soll.

Wer sich mit dieser Art von Suche, Bewertung und Präsentation nicht anfreunden kann, ist nicht allein. Die DGÄPC-Statistik 2017 fand heraus, dass zwar immerhin 23,5 Prozent der Suchenden Arztbewertungsportale nutzen, dass aber auch über 50 Prozent der Interessenten auf Empfehlungen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis vertrauen. Die Zufriedenheit der Patienten, einhergehend mit dem Behandlungserfolg, steht somit immer noch höher im Kurs als der Auftritt und die Bewertungen auf Plattformen.

Die Rolle von Portalen sollte dennoch nicht unterschätzt werden, denn ihr Potenzial in unserer heutigen Zeit der Digitalisierung ist zweifelsohne vorhanden.

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