Social Media – ein entscheidender Faktor?

Die Auswirkungen von Social Media auf die Ästhetisch-Plastische Chirurgie waren eine der Hauptthematiken der Medien in den vergangenen Wochen. Das Augenmerk lag dabei auf dem Selfie. Es scheint das beliebteste Mittel der Selbstdarstellung zu sein, mit dem Ziel, Likes und Follower zu gewinnen. Für das perfekte Selfie wird viel Aufwand betrieben: Die wahren Selfie-Experten achten z. B. auf gutes Licht und den richtigen Winkel. Stars wie Kim Kardashian lassen dafür auch gern in Form von Nasenkorrekturen etwas nachhelfen, denn vor allem die Nase gerät verstärkt in den Fokus. Die Fans sind von der Perfektion der Fotos begeistert, viele eifern ihren Vorbildern nach. Nun stellt sich die Frage, inwieweit die Selbstpräsentation auf Social-Media-Kanälen den Wunsch nach einem perfekten Aussehen beeinflusst. Und schlägt sich dies in den Praxen und Kliniken in Form von unrealistischen bzw. überzogenen Patientenwünschen nieder?

Ziehen wir bei dieser Frage die DGÄPC-Statistik von 2017 zurate, lässt sich aus ihr ein Anstieg an Nasenkorrekturen um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ablesen.
Für eineuswirkung von Social Media auf die Ästhetisch-Plastische Chirurgie untersuchte, wurden die Fachärzte der DGÄPC herangezogen. Aus der Befragung ging hervor, dass knapp die Hälfte der Mitglieder (47 Prozent) keinen Anstieg des Interesses an ästhetischen Gesichtsbehandlungen durch Social Media und digitale Kommunikationsmittel verzeichneten. Beachtlich ist, dass immerhin ein Drittel der Befragten eine derartige Entwicklung wahrnahm. 13 Prozent waren unentschieden.

Es ist kein Geheimnis, dass Medien einen Einfluss auf ihre Nutzer haben, dies ist auch durch viele wissenschaftliche Studien belegt. Ob sich jedoch bereits ein sogenannter Beautywahn entwickelt, lässt sich nicht eindeutig erkennen. In diesem Zusammenhang erwarten wir mit Spannung die Daten der diesjährigen DGÄPC-Statistik. Die Patientenumfrage, die in wenigen Monaten abgeschlossen sein wird, liefert hoffentlich Zahlen, die Aufschluss über einen möglichen Trend geben werden.

Jenseits von aktuellen Trends gilt:uter Ästhetisch-Plastischer Chirurg bzw. ein Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie wird sich innerhalb eines Beratungsgespräches immer ausreichend Zeit für seine Patienten nehmen, um sich ein genauesmachen zu können. Zu diesem Beratungsgespräch gehört auch die Aufklärung über den gewünschten Eingriff. Dabei werden beispielsweise der Ablauf, die Vor- und Nachsorge, die Alternativen sowie die Risiken besprochen. Es werden aber auch die Grenzen aufgezeigt. Das Hauptanliegen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie ist vor allem das Beheben funktioneller Ästhetische Eingriffe sollten immer auf ein gesundes, natürliches und auf den Körper abgestimmtes Bild ausgerichtet sein. Und ein solches Bild – ob auf dem Selfie oder in Natur – wirkt doch immer noch am besten.

Kommentare sind deaktiviert