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Chirurgen sehen Zusammenhang zwischen Operationsanfragen und bearbeiteten Fotos

Selfie Plastische Chirurgie

Berlin, 25. Juni 2019. Eine im Juni 2019 durchgeführte Umfrage unter den Mitgliedern der DGÄPC, ergab dass immer mehr junge Patienten sich in ihren Behandlungswünschen von bearbeiteten Bildern beeinflussen lassen. Die Fachärzte für ästhetisch-plastische Chirurgie erwarten eine Zunahme des Trends in den kommenden Jahren.

Unzählige Apps bieten Hunderte von Beautyfiltern, um Fotos bis zur Perfektion zu bearbeiten und diese dann bei Instagram und Co. hochzuladen. Immer öfter wollen Patienten in der chirurgischen Praxis ihren bearbeiteten Bildern so nahe wie möglich kommen. In der Umfrage gaben 59,1 Prozent der Chirurgen an, dass bereits vereinzelt Patienten in ihre Praxis gekommen sind, die über ein Bildbearbeitungsprogramm veränderte Fotos als Vorlage für einen Behandlungswunsch vorzeigten. Jeder Zehnte war mit diesem Phänomen sehr häufig konfrontiert. Noch keine Erfahrung mit bearbeiteten Selfies haben lediglich 31,89 Prozent der befragten Fachärzte gemacht.

Weiblich, jung, internetaffin

Bei den Patienten handelt es sich vor allem um junge Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, so die Aussage aller befragten Ärzte, die bereits mit dem Phänomen konfrontiert wurden. Regionale Unterschiede konnten anhand der Umfrage nicht festgemacht werden, da diese Entwicklung sowohl bei Chirurgen in den Ballungszentren als auch in kleineren Städten aufgetreten ist.

Eine Zunahme dieser Anfragen in den letzten Jahren, konnten 71,4 Prozent der befragten Mediziner bestätigen. Auf die Frage, ob sich hier ein neuer Trend entwickeln könnte, glauben ganze 85,7 Prozent der Befragten das die Tendenz in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen wird. Ebenso viele Chirurgen sind der Ansicht, dass gefilterte Bilder, die auf Instagram und anderen sozialen Netzwerken gepostet werden, zunehmend die Ansprüche von Patienten an den eigenen Körper verändern und verfälschen. Die Verantwortung der Mediziner liegt nicht nur in der Aufklärung über den Eingriff, sondern auch darüber was ethisch vertretbar und machbar ist.

Zur Studie

Bei der Umfrage handelt es sich um eine nichtrepräsentative Mitgliederbefragung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie e.V. (DGÄPC), die im Juni 2019 durchgeführt wurde.

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