FDA informiert über Zusammenhang von Brustimplantaten und ALCL

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA hat in einer aktuellen Veröffentlichung über den Stand der Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Brustimplantaten und einer seltenen Krebsart informiert. Demnach deuten alle aktuellen Daten darauf hin, dass Brustimplantate das sehr seltene großzellige anaplastische Zell-Lymphom (anaplastic large cell lymphoma – ALCL) auslösen können. Frauen mit Brustimplantaten haben demnach laut FDA ein sehr geringes, im Vergleich zu Frauen ohne Implantate aber erhöhtes Risiko, an ALCL zu erkranken. Etwas häufiger traten die registrierten Fälle bei Frauen auf, denen Implantate mit rauer Oberfläche eingesetzt wurden.

Eine vorsorgliche Entfernung der Implantate empfiehlt die FDA nicht. Stattdessen sollten Patientinnen die regelmäßigen Nachsorgen wahrnehmen und bei Beschwerden in der Brust wie Schmerzen oder Druckgefühl den Ästhetisch-Plastischen Chirurgen aufsuchen und mit ihm besprechen, wie eine ALCL-Erkrankung ausgeschlossen werden kann. Die Brustschwellung mit Flüssigkeitsansammlung um das Implantat kann auf ein Lymphom hinweisen und sollte zu weiteren Untersuchungen veranlassen.

Auch wenn in Deutschland bislang keine ALCL-Fälle bekannt sind, hat die DGÄPC eine an den Vorgaben der amerikanischen Fachgesellschaft ASAPS angelehnte Behandlungsempfehlung entwickelt. Diese regelt klar das Vorgehen des Ästhetisch-Plastischen Chirurgen bei Verdacht auf ALCL. Darüber hinaus müssen alle bestätigten Fälle an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gemeldet werden.

Frauen, die über eine Brustvergrößerung mit Implantaten nachdenken, sollten in jedem Fall mit ihrem behandelnden Arzt die Risiken sowie die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Implantatvarianten diskutieren.

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