Ästhetische Chirurgie: einmaliger Eingriff oder Behandlungen in Serie?

In der bislang größten bundesweiten Patientenbefragung hat sich die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische und Plastische Chirurgie (DGÄPC) verschiedenen Themen rund um die Ästhetisch-Plastische Chirurgie gewidmet. In diesem Beitrag steht die zentrale Frage: Entscheiden sich Patienten gezielt für einen ästhetisch-plastischen Eingriff oder ist die „Sucht nach Schönheit“ ein reelles Phänomen?

Unbeschriebene Vorgeschichte oder erneute Behandlung?

Teil der Untersuchung in der DGÄPC-Statistik 2016 war die Frage, ob Patienten sich zum ersten Mal zu einer ästhetisch-plastischen Operation entschieden haben oder ob es in der Vergangenheit bereits Eingriffe gegeben hatte. In der Tat gaben relativ viele der Patienten an, nicht zum ersten Mal einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufgesucht zu haben. Interessant hierbei ist die Beobachtung, dass der Anteil der „Wiederholungstäter“ bei Frauen um einiges höher ist als bei Männern. Insgesamt 39,0 Prozent der weiblichen Patienten vermerkten in der Befragung, dass sie sich vor dem aktuell geplanten Eingriff bereits einer ästhetisch-plastischen Behandlung unterzogen hatten. Bei den männlichen Patienten waren es hingegen 24,7 Prozent, die bereits Erfahrung mit einer sogenannten Schönheitsoperation gemacht hatten.

Vorherige ästhetisch-plastische Eingriffe

Der Beginn einer Serie von ästhetisch-plastischen Behandlungen?

Hinsichtlich der Frage nach zukünftigen ästhetisch-plastischen Eingriffen ergaben sich ebenfalls aufschlussreiche Ergebnisse. Immerhin 24,8 Prozent der weiblichen Befragten – also fast jede vierte Frau – gaben in der Umfrage an, zum Zeitpunkt der aktuellen Behandlung bereits weitere ästhetisch-plastische Operationen zu planen. Bei den männlichen Patienten fiel die Zahl erneut geringer aus. Insgesamt 16,3 Prozent hatten hier weitere Behandlungen in Aussicht. Dies zeigt, dass Frauen eher zu mehreren, auch unterschiedlichen Eingriffen innerhalb der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie tendieren als Männer.

Weitere geplante ästhetische Behandlungen

Gibt es die „Sucht nach Schönheit“?

Ganz revidieren lässt sich der in den Medien besprochene Drang nach Schönheit sicherlich nicht. Beispiele für einen extremen Wunsch nach Ästhetik, der mit zahlreichen ästhetisch-plastischen Operationen einhergeht, lassen sich vereinzelt gewiss finden. Extremfälle, wie sie in den Medien gern gezeigt werden, sind allerdings außerordentlich selten. Auch muss nicht gleich jeder Patient, der sich zu einer ästhetischen Korrektur entscheidet, abhängig von Schönheit sein oder werden. Die nicht ganz eindeutigen Ergebnisse der Erhebung müssen auch vor dem Hintergrund betrachtet werden, dass einige ästhetische Behandlungen eine spätere Auffrischung erfordern. Wer sich also einer Botulinumbehandlung unterzieht, plant meist schon eine weitere Unterspritzung, um das Ergebnis dauerhaft zu erhalten. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die allermeisten Patienten einen Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie aufsuchen, um einen gezielten Eingriff vornehmen zu lassen, und nicht für eine Reihe von verschiedenen Behandlungen. Die „Sucht nach Schönheit“ spielt also im Praxisalltag des Ästhetisch-Plastischen Chirurgen keine wirkliche Rolle.

Weitere Einblicke in die DGÄPC-Statistik 2016

Dieser Beitrag hat gezeigt, dass einige Patienten gewillt sind, mehr als eine ästhetisch-plastische Behandlung vornehmen zu lassen, doch die Mehrheit der Patienten keine „Generalüberholung“ anstrebt. Mit vielen weiteren Themen der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie beschäftigt sich die DGÄPC-Statistik 2016, die Ihnen als kostenloser Download oder auf Wunsch in gedruckter Form zur Verfügung steht.

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